Lewis Hamilton: «Habe kein siegfähiges Auto»

Aktualisiert

Lewis Hamilton«Habe kein siegfähiges Auto»

In der Formel 1 ist es immer heikel, WM-Prognosen auf die gefahrenen Zeiten bei Testfahrten abzustützen. Aber beim langsamen Weltmeister-Team von McLaren-Mercedes schrillen alle Alarmglocken. Bei Testsieger Brawn-GP ebenfalls, aber aus einem ganz anderen Grund.

von
Peter Haab

Es scheint beinahe unglaublich. Aber ausgerechnet McLaren-Mercedes, jenes Team, das über die aufwändigste Hightech-Fabrik in der Formel 1 verfügt, scheint sich mit der Aerodynamik des neuen Autos komplett vertan zu haben. Der Wurm steckt in der Heckpartie. Dem MP4-24 fehlt es im Vergleich zur Konkurrenz am nötigen Grip an den Hinterrädern. Dieses Manko ist auf die Schnelle kaum zu korrigieren. Denn erstens sind 2009 Testfahrten während der Saison verboten und zweitens werden die Autos erst nach dem GP von Bahrain am 26. April wieder in die Fabrik nach England zurückgeflogen.

Weltmeister Lewis Hamilton fuhr bei sämtlichen Testfahrten hinterher und reiste entsprechend enttäuscht zum WM-Auftakt nach Australien. Beim ersten Rennen in Melbourne sieht er sich lediglich als Aussenseiter: «Ich habe kein siegfähiges Auto. Wir sind viel zu langsam», gab der McLaren-Mercedes-Pilot zu. Und Mercedes-Sportchef Norbert Haug bestätigte die Aussagen seines Fahrers. «Die Testfahrten haben gezeigt, dass wir unser technisches Paket noch deutlich verbessern müssen. Aber dieser Prozess braucht Zeit. Das kann bis zum Beginn der Europa-Saison am 10. Mai in Barcelona oder auch noch länger dauern.»

Sorgen ganz anderer Art hat das frühere Honda-Team, das von Teamchef Ross Brawn übernommen und in Brawn-GP umgetauft wurde. Bei sämtlichen Testfahrten hat man die Konkurrenz klar dominiert. Ein Schock für Ferrari, BMW-Sauber und Co. Deshalb haben diese Teams beim Internationalen Automobil-Verband (FIA) einen Protest gegen die aus ihrer Sicht illegale Heckpartie von Brawn-Mercedes hinterlegt. Wenns ganz dick kommt, könnte Brawn für das erste Rennen in Melbourne ausgeschlossen oder aber nachträglich bei der technischen Kontrolle nach der Zieldurchfahrt disqualifiziert werden. Pikantes Detail: Während der Testfahrten in Europa haben die Technischen Kommissare der FIA das Brawn-Auto für regelkonform erklärt.

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