Pfefferspray-Attacke in Suhr: «Habe mich gewehrt und ihm eine Faust verpasst»
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Pfefferspray-Attacke in Suhr«Habe mich gewehrt und ihm eine Faust verpasst»

Ein Paar wurde am Donnerstag in Suhr vor einer Migros-Filiale mit Pfefferspray angegriffen. Jetzt spricht das Paar über den Vorfall.

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dk/lem/mon/wed

Karoleyne und Zivota wurden am Donnerstag von einem anderen Paar mit Pfefferspray angegriffen.

Vor einer Migros-Filiale in Suhr kam es am Donnerstag zu einer Auseinandersetzung. Eine 25-jährige, schwangere Frau und ihr 39-jähriger Mann wurden von einem anderen Paar nach einer hitzigen Diskussion mit einem Pfefferspray angegriffen. Das Video einer Leser-Reporterin zeigt den Streit. Die beiden Männer und die zweite, 36-jährige, Frau wurden festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau hat eine Strafuntersuchung eröffnet.

«Er schrie mich an, ich schrie ihn an»

20 Minuten hat die schwangere Karoleyne (25) und ihr 39-jähriger Mann Kosta getroffen, nachdem der Mann von der Polizei freigelassen wurde. Beim Streit ging es aber nicht um Social Distancing, wie von mehreren Augenzeugen berichtet – es ging um Geld, sagt Karoleyne: «Ich habe am Donnerstag eine ehemalige Kollegin getroffen, der ich mal mehrere hundert Franken geliehen hatte. Sie hatte mir versprochen, es zurückzuzahlen. Deswegen kam es zu einer Auseinandersetzung.» Im Laufe der Diskussion habe ihr die Frau mit dem Pfefferspray ins Gesicht gesprüht: «Als mein Freund das sah, wurde er wütend. Danach fing die Schlägerei an.» Sie selber habe aber nicht alles mitbekommen: «Weil ich Pfefferspray in die Augen bekam, sah ich nichts mehr.»

Kosta sagt dazu: «Ich hatte Angst, dass meiner schwangeren Frau etwas passiert. Darum bin ich ausgerastet.» Nach der Auseinandersetzung vor der Migros-Filiale begleitete der 39-Jährige seine Frau auf das Damen-WC, damit sich die 25-Jährige das Gesicht waschen kann. Auf dem WC trafen sie aber erneut auf das andere Paar und es kam zur nächsten Auseinandersetzung: «Er schrie mich an, ich schrie ihn an. Dann ging er auf mich los und nahm mich in den Würgegriff. Ich habe mich nur gewehrt und ihm eine Faust verpasst», so der 39-Jährige.

«Ich machte mir grosse Sorgen um meine Frau»

Auch die schwangere Karoleyne geriet beim Handgemenge in den Fokus: «Ich wurde von dem Mann geschubst. Daraufhin bin ich gestürzt und habe vorzeitige Wehen bekommen.» Ihr gehe es inzwischen aber wieder den Umständen entsprechend gut: «Das Baby ist auch gesund, haben sie mir im Spital gesagt.» Der 39-Jährige hat selber eine Platzwunde an der Stirn erlitten. Kosta: «Ausserdem fehlen mir jetzt ein paar meiner schönen Zähne.» Wie er sagt, habe er sich Sorgen um seine Frau gemacht: «Ich hatte grosse Angst und machte mir Sorgen, dass meiner Frau etwas passiert ist, aber auf dem Polizeiposten sagten sie mir lange nicht, wie es ihr geht.»

Obwohl Involvierte auf beiden Seiten Anzeige gegeneinander erstattet haben, wollen Karoleyne und Kosta das Gespräch mit ihren Kontrahenten suchen: «Die Polizei hat uns geraten, Frieden zu schliessen und normal miteinander zu kommunizieren.» Er fügt an: «Ich bin kein aggressiver Mensch. Wir können uns gerne aussprechen.» Sollten sich die vier wieder zufällig treffen, will sich der 39-Jährige entschuldigen, wie er sagt: «Ich will ihnen sagen, dass mir das Ganze leid tut.» Seine Frau pflichtet ihm bei: «In Zukunft werden wir das ruhig angehen und keinen Konflikt suchen.»

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