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Roger Federer«Habe Rafa fast noch nie so schwach gesehen»

Roger Federer spricht nach dem Viertelfinal-Sieg in Basel gegen Grigor Dimitrov vom besten Spiel der Woche. Zudem äussert er sich zum leidenden Rafael Nadal.

von
kai

Roger Federer hatte nach dem zähen Achtelfinal vom Donnerstag gegen Denis Istomin gesagt, manchmal brauche man genau so einen Match, um richtig in ein Turnier zu finden. Die Bestätigung lieferte er prompt am Tag darauf gegen Grigor Dimitrov, den er 7:6, 6:2 bezwang und so zum neunten Mal hintereinander in den Basler Halbfinal einzog. «Das war wohl meine beste Leistung dieser Woche», sagte er danach.

Im ersten Satz war Federer beim Stand von 5:6 und eigenem Service zwar in Rücklage geraten, sah sich insgesamt vier Satzbällen des Bulgaren gegenüber, die er jedoch allesamt brillant abwehrte: Mit einem Vorhand-Winner, einem Netzangriff und zwei Assen. «Ich bin sehr zufrieden. Ich spielte offensiv, servierte gut und packte meine Chancen. In den Schlüsselmomenten war ich da», fasste der Weltranglistenzweite zusammen.

Der Glaube an Nadals Wende

Auch beim Matchball war Federer geistesgegenwärtig, als er in Bedrängnis einen Lob spielte, den Ballwechsel dann aber unterbrach und eine Challenge verlangte - ihn hatte das Gefühl beschlichen, Dimitrovs Schlag sei zu lang gewesen. Er lag richtig. «Zuerst dachte ich, der Ball sei gut gewesen. Der Lob gab mir aber etwas Zeit, nachzudenken. Da ich noch genug Challenges hatte und den Ballwechsel wohl sowieso verloren hätte, probierte ich es», schilderte der 33-Jährige die letzte Szene der Partie.

Federer wurde an der Pressekonferenz auch auf die Niederlage Rafael Nadals angesprochen. «Das habe ich so nicht kommen sehen», sagte er. «Rafa erreicht normalerweise auch in schlechtesten Zeiten ein gewisses Niveau. Ich will die Leistung von Coric nicht schmälern, er hat das wunderbar gemacht - aber so schwach habe ich Rafa fast noch nie spielen sehen.» Er habe auch im zweiten Satz gedacht, dass Nadal die Wende gelinge und deshalb mit Aufwärmen gewartet.

Federer zeigte sich erstaunt über die jüngsten Entscheidungen des Spaniers: «Ich begreife nicht ganz, dass er in Schanghai unter Antibiotika und mit Schmerzen antrat, dann hier auch noch gespielt hat und nun die Saison beendet, weil er eine Operation braucht. Aber am Ende weiss nur er, wie er sich fühlt.»

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