Töffraser von St. Gallen«Habe Scheiss gemacht und Leben gefährdet»
Der Film einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd zwischen einem Töffraser und der Polizei gelangte ins Netz. Nun erklärt der Raser gegenüber 20 Minuten sein Verhalten.
- von
- num
Das Video zeigt die rasante Fahrt des Töfffahrers und seine Verhaftung. Kurz nach Minute 14:40 kommt er zu Fall (Youtube/Cyber Styler).
Die Stadtpolizei St. Gallen nahm im September einen 42-jährigen Töfffahrer fest, der sich eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert hatte. Mit seiner Helmkamera filmte der Raser alles – seine halsbrecherische Fahrt, die Verhaftung, die Beschimpfungen durch die Polizei. Der Film gelangte auf Youtube und verbreitete sich rasend schnell im Netz.
Nun erklärt Alex Rohner aus Rheineck SG in einer Nachricht an 20 Minuten die Hintergründe seiner irren Fahrt. «Meine geballte Wut auf den Vater Staat übermannte mich und ich gab nur noch Gas», so der zweifache Vater. Damals habe er eine «Stinkwut» auf die Behörden gehabt, die ihm das Leben schwergemacht hätten. Er habe seine Familie nicht mehr ernähren können, aber keine Unterstützung durch die Behörden erfahren.
«Habe Menschenleben gefährdet»
Die Raserfahrt ereignete sich am 14. Geburtstag seines Sohnes. Rohner sei alles zu viel geworden. «Ich wollte nur noch rauf auf den Töff, um auf andere Gedanken zu kommen», so der Arbeitslose. Er wisse aber auch: «Ich habe Scheiss gemacht und Menschenleben gefährdet.» Es sei ein einmaliger Fehler in seinem Leben gewesen.
Seinen Ausweis ist der 42-Jährige bis auf Weiteres los. Zur Anzeige wurden laut Rohner zehn Raserdelikte gebracht, zudem auch Hausfriedensbruch, weil er durch einen Rohbau gefahren war.
«Hätte mir auch aufs Dach gehauen»
Auf dem Video ist zu sehen, wie die Fahrt von Rohner durch einen Sturz abrupt beendet wird. Die Polizisten, die sich darauf auf ihn stürzen, decken ihn mit wüsten Beschimpfungen und Schlägen ein. «I chlopf dir de Grind uf», «i mach di kaputt» und «verdammte Chrüppel» schreit einer. Rohner ist auf dem Video zu hören, wie er den Polizisten als «Arschloch» bezeichnet.
Rohner scheint nicht sonderlich nachtragend zu sein, sondern zeigt für das Verhalten der Polizisten sogar Verständnis. In seiner Nachricht schreibt er: «Ich habe mich auch in die Lage der Polizisten versetzt und ich muss zugeben, dass man in einer solchen Situation schnell die Fassung verlieren kann.»
Gegen mindestens einen der Polizisten läuft derzeit ein Verfahren bei der Staatsanwaltschaft St. Gallen.