Eklige Aussage: «Habe seit 10 Jahren die Hände nicht gewaschen»

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Eklige Aussage«Habe seit 10 Jahren die Hände nicht gewaschen»

Es gibt Dinge, über die spricht man besser nicht. Vor allem nicht vor einem Millionenpublikum. Doch genau das hat ein US-Moderator nun getan.

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«Keime existieren nicht, ich kann sie nämlich nicht sehen» – mit diesen haarsträubenden Worten erklärt Pete Hegseth, einer der Moderatoren der TV-Sendung «Fox & Friends», warum er sich seit einem Jahrzehnt nicht mehr die Hände gewaschen habe (siehe Video oben). «Ich impfe mich so selbst.»

Was bei seinen beiden Kollegen zu ungläubigem Lachen führt, tritt im Netz eine riesige Diskussion los.

Während Mediziner David Gorski nur eine Bitte hat – «erinnert mich daran, Pete Hegseth niemals die Hand zu schütteln ... niemals» –, pflichtet ihm Twitter-Nutzer Smittymhs sogar bei: «Ich bin ganz bei dir mit dem Händewaschen. Ich bin fast 70 Jahre alt und hatte seit Jahren keine Erkältung oder kein Fieber mehr. Unsere Körper brauchen einige Keime, um zu lernen, wie diese zu bekämpfen sind. Es hat zu viele Hygienefanatiker dort draussen.»

Mutti Hegseth zeigt sich besorgt

Selbst die Mutter des Moderators meldet sich via Twitter zu Wort: «Hör zu, angeblich wäschst du dir nicht die Hände. Keine gute Idee, Sohn. Vielleicht ist dies der richtige Moment, um wieder das zu machen, was wir dir beigebracht haben. Nur ein Tipp! Liebe dich!»

Alles anders als zunächst gedacht

Dass der Vorfall in klassischen Medien und Social Media so hohe Wellen schlägt, kann Hegseth laut eigener Auskunft nicht nachvollziehen. Schliesslich sei die Aussage alles andere als ernst, sondern vielmehr als Witz gemeint gewesen, so der Harvard-Absolvent gegenüber «USA Today». Es zeige, wie das Twitter-Universum funktioniere – und überreagiere.

Weiter versichert er, dass er auf Hygiene achte, es dabei aber nicht übertreibe. «Wir leben in einer Gesellschaft, in der Leute mit Handdesinfektionsmitteln in ihren Taschen herumlaufen und sich 19'000-mal pro Tag damit einreiben. Als ob das ihr Leben retten würde!» Darauf habe er einfach hinweisen wollen.

Händewaschen reicht

Tatsächlich raten Fachleute heute davon ab, sich regelmässig die Hände zu desinfizieren – unter anderem, weil es Resistenzen fördere. Sich regelmässig und richtig die Hände zu waschen, sei dagegen essentiell und notwendig, um sich vor Infektionen zu schützen.

So werden rund 80 Prozent aller ansteckenden Krankheiten über die Hände übertragen, mit denen wir im Durchschnitt 16-mal pro Stunde unser Gesicht berühren. So gelangen Keime durch Mund, Nase und Augen über die Schleimhäute in unseren Körper und entwickeln sich dort zur Infektion.

So geht richtiges Händewaschen

Erst mit Wasser abwaschen, dann gründlich einseifen – am besten mit Flüssigseife – und mindestens 20 Sekunden reiben. Das empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit BAG. Dabei nicht vergessen, die Handrücken, zwischen den Fingern, unter den Fingernägeln und die Handgelenke zu reinigen: Wer sich so die Hände wäscht, kann das Infektionsrisiko mit Viren und Bakterien um bis zu 99,9 Prozent verringern.

Antibakterielle Seife braucht es dafür übrigens nicht, wie Forscher der Korea University in Seoul vor einigen Jahren nachgewiesen haben. Ihrer Studie zufolge schneidet als antibakteriell angepriesene Seife kein bisschen besser ab als die normale.

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