Aktualisiert 18.09.2014 11:55

Badi-Schlägerei Dübendorf

Haben die Teenager den Streit provoziert?

Die Schwimmring-Schlägerei im Freibad Dübendorf verlief anders als bisher angenommen. Die Anklageschrift wirft ein neues Licht auf den Vorfall.

von
nsa
Der Streit im Schwimmbad Dübendorf hat sich offenbar anders abgespielt als bisher angenommen.

Der Streit im Schwimmbad Dübendorf hat sich offenbar anders abgespielt als bisher angenommen.

Das Medienecho war gross, als im Juli 2013 ein 23-jähriger Serbe verhaftet wurde, weil er im Nichtschwimmerbecken des Schwimmbads Dübendorf zwei Schweizer Teenager spitalreif geprügelt hatte. Wegen des Streits um einen Schwimmring war die Situation damals eskaliert.

Die Anklageschrift, die nun veröffentlicht wurde, wirft aber ein neues Licht auf den Vorfall. Offenbar haben sich die beiden jungen Schweizer keineswegs so vorbildlich verhalten wie bisher angenommen, sondern den Streit mit dem Serben provoziert. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger».

Schweizer schlugen zu

Anders als bisher angenommen, hat der Streit laut Anklage nicht angefangen, weil der Serbe den Schwimmring ohne Begründung von den Schweizern verlangte. Der 23-jährige Mann sei auf die Teenager zugegangen, weil diese seinem Neffen den Ring entwendet hätten, und habe verlangt, dass diese den Ring zurückgeben.

Als sie dies taten, aber den Ring dabei gleich wieder entwendeten, sei der Serbe wütend geworden und habe den älteren der beiden Jungen mehrfach unter Wasser getaucht. Der Schweizer habe dem Serben daraufhin Gewalt angedroht, worauf es zu einem Gerangel gekommen sei.

Die Situation eskalierte, als der Junge dem Mann dabei mit der Faust auf die Stirn schlug und dieser ihn daraufhin in den Schwitzkasten nahm. Der jüngere der beiden Brüder griff nun auch in den Kampf ein und griff den Serben von hinten an. Dieser schlug den Älteren ins Gesicht und verliess daraufhin das Nichtschwimmerbecken.

Lebensbedrohliche Faustschläge gegen den Kopf

Der ältere Schweizer fühlte sich anscheinend durch die Niederlage gekränkt, folgte dem Serben und beleidigte diesen massiv. Daraufhin nahm der Serbe den Jungen erneut in den Schwitzkasten und schlug ihm ins Gesicht. Dieser ging zu Boden, griff aber gleich nochmals an und schlug gegen den Kopf des Mannes.

Nun geriet der Serbe endgültig in Rage, nahm den Jungen wieder in den Schwitzkasten und schlug mit voller Kraft fünf- bis sechsmal zu. Der Schweizer erlitt dabei mehrere Brüche im Gesicht sowie etliche Hämatome. Damit habe der Serbe in Kauf genommen, dem Jungen lebensgefährliche Kopfverletzungen zuzufügen, so die Anklageschrift.

Serbe nicht mehr in der Schweiz wohnhaft

Zum Strafmass wird sich der Staatsanwalt erst am heutigen Prozess vor dem Bezirksgericht Uster äussern. Der Serbe wohnt inzwischen im Ausland und muss vorerst nicht vor Gericht erscheinen.

Ein Begleiter des Serben, wurde nach dem Vorfall ebenfalls in Untersuchungshaft genommen. Gegen ihn wird aber kein Verfahren eröffnet.

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