Neue Studie – Haben Forscher das Rätsel hinter Long-Covid gelöst?
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Neue StudieHaben Forscher das Rätsel hinter Long-Covid gelöst?

Die Resultate einer noch nicht veröffentlichten Studie deuten daraufhin, dass die mysteriösen Symptome nach einer Covid-Infektion auf nicht ausgeschiedene Virenpartikel zurückzuführen sind, die sich monatelang im ganzen Körper halten können.

von
Patrick McEvily
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Long-Covid stellt die Forschung seit Ausbruch der Pandemie vor ein Rätsel.

Long-Covid stellt die Forschung seit Ausbruch der Pandemie vor ein Rätsel.

20min/François Melillo
Wie es nach einer Corona-Infektion zu lang anhaltenden Symptomen wie Müdigkeit kommen kann, war bislang unklar.

Wie es nach einer Corona-Infektion zu lang anhaltenden Symptomen wie Müdigkeit kommen kann, war bislang unklar.

imago images/PhotoAlto
In einer nicht veröffentlichten Studie des National Institute of Health (NIH) im US-Bundesstat Maryland wollen Forscher nun aber die Lösung des Rätsels gefunden haben.

In einer nicht veröffentlichten Studie des National Institute of Health (NIH) im US-Bundesstat Maryland wollen Forscher nun aber die Lösung des Rätsels gefunden haben.

Reuters

Darum gehts

US-Forscherinnen und Forscher haben erstmals dargelegt, was der Grund hinter Long-Covid-Symptomen sein könnte, die die Wissenschaft seit Ausbruch der Pandemie beschäftigen. In einer Studie, die demnächst in der renommierten «Nature»-Fachzeitschrift publiziert werden soll, zeigen sie auf, wie SARS-CoV-2 sich monatelang in den Körpern von infizierten Personen halten und Symptome erzeugen kann. Die Wissenschaftler sprechen von einem verzögerten Ausscheiden der Virenpartikel («delayed viral clearance»), das dafür sorgt, dass bis zu 230 Tage nach Auftreten der ersten Symptome noch Virenpartikel vorhanden waren.

Die Forscherinnen des National Institute of Health (NIH) im US-Bundesstaat Maryland haben für ihre Untersuchungen Gewebeproben von insgesamt 44 verstorbenen Covid-Patientinnen und -Patienten entnommen, jeweils einen Tag nach deren Ableben, wie der Nachrichtendienst Bloomberg berichtet. So konnten sie Virenspuren im Herz, Gehirn und weiteren Organen feststellen.

Studienergebnisse könnten Politik von schnellen Lockerungen abhalten

Die NIH-Studie muss noch durch die sogenannte Peer-Review – also die Kontrolle durch Fachkolleginnen und -Kollegen – gehen. Die breitflächige Infektion des Körpers durch das SARS-Covid-19-Virus ist bislang umstritten. Andere Studien haben in Frage gestellt, dass neben den Atemwegen und der Lunge noch weitere Organe angegriffen werden. Doch die Autorinnen und Autoren zeigen sich überzeugt, dass sie ein neues Kapitel in der Forschung zum Virus aufgeschlagen haben. «Unsere Ergebnisse zeigen, dass die stärkste Last an SARS-CoV-2 zwar in den Atemwegen und der Lunge zu finden ist, das Virus sich jedoch im Rest des Körpers ausbreiten und andere Zellen angreifen kann – inklusive dem Gehirn», heisst es abschliessend im Bericht.

Wie Expertinnen und Experten, die die Resultate der neuen Studie gesehen haben, gegenüber Bloomberg sagen, könne man weiterhin nicht klar sagen, ob und wie stark Patientinnen und Patienten, die an Long-Covid leiden, auch in Zukunft mit Komplikationen zu rechnen haben. «Werden wir frühe Herzprobleme in Überlebenden sehen oder eine früh einsetzende Demenz? Das sind alles unbeantwortete Fragen», sagt Raina MacIntyre, Professorin an der University of New South Wales. Auf jeden Fall sollten die Studienergebnisse ernst genommen werden: «Die neuen Erkenntnisse sind eine Warnung für all diejenigen , die eine massenhafte Infektion jüngerer und älterer Menschen auf die leichte Schulter nehmen.»

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