Basel: Haben Linksextreme die Autos angezündet?
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BaselHaben Linksextreme die Autos angezündet?

In der Nacht auf Sonntag wurden in Basel in einem Wohnquartier zwei Lieferwagen angezündet. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf weitere Autos verhindern.

von
lha/las
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Ein Augenzeuge fotografierte einen der brennenden Lieferwagen, kurz bevor die Feuerwehr eintraf.

Ein Augenzeuge fotografierte einen der brennenden Lieferwagen, kurz bevor die Feuerwehr eintraf.

Leser-Reporter
Die beiden Lieferwagen wurden in der Nacht auf Sonntag angezündet. Anwohner wurden durch einen Knall geweckt.

Die beiden Lieferwagen wurden in der Nacht auf Sonntag angezündet. Anwohner wurden durch einen Knall geweckt.

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Hier war einer der Lieferwagen abgestellt, die in der Nacht auf Sonntag brannten.

Hier war einer der Lieferwagen abgestellt, die in der Nacht auf Sonntag brannten.

20 Minuten/las

Am Sonntag, 16. Dezember gegen 4 Uhr morgens wurden Polizei und Feuerwehr wegen zwei brennenden Fahrzeugen im Surinam und in den Schorenmatten in Basel alarmiert. In den aneinander grenzenden Quartierstrassen standen zwei Lieferwagen in Vollbrand. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf weitere Personenwagen verhindern, die Lieferwagen allerdings brannten komplett aus.

«Ich hörte einen Knall und dachte, es wäre eine Scheibe eingeschlagen worden», sagt ein Anwohner. Als er nachgesehen habe, seien die beiden Autos in Flammen gestanden. Die Feuerwehr war bereits vor Ort. «Ich fand es komisch, dass beide Autos gleichzeitig brannten», erinnert sich der Mann.

Eine weitere Anwohnerin hatte ebenfalls einen Knall gehört. Das im Surinam parkierte Fahrzeug habe zuerst am Rad gebrannt, wo sich ein Feuerring gebildet habe. «Es hat extrem gebrannt», sagt eine andere Frau, die in der Nähe wohnt.

Waren Brandanschläge politisch motiviert?

Erwiesen ist bereits, dass die Lieferwagen mutwillig in Brand gesetzt wurden, wie die Basler Staatsanwaltschaft am Sonntag mitteilte. «Die Tat passt zur Serie von Brandstiftungen und Sachbeschädigungen vom Herbst letzten Jahres», so Kriminalkommissär Peter Gill auf Anfrage.

Im vergangenen Jahr hatten sich Linksradikale sich an der Erweiterung des Ausschaffungsgefängnisses Bässlergut gestört. Im Mai 2017 veröffentlichten Plattformen aus dem Spektrum dann eine Liste von Firmen, die an den Bauarbeiten beteiligt sind, und forderten dazu auf, gegen diese vorzugehen. Es folgte eine Serie von Brandanschlägen und Sachbeschädigungen, die inzwischen rund 70 Fälle umfasst (20 Minuten berichtete).

Auch im aktuellen Fall wurden Firmenfahrzeuge zerstört. Bisher fehlt jedoch ein Bekennerschreiben, wie sie in den Fällen im vergangenen Jahr auf einschlägigen Internetportalen aufgetaucht waren.

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