China: «Haben Milch-Skandal im Griff. Es gibt kein Problem»
Aktualisiert

China«Haben Milch-Skandal im Griff. Es gibt kein Problem»

Nach tagelangen Schreckensmeldungen hat China im Milch-Skandal Entwarnung gegeben. «Es gibt kein Problem. Alles ist unter Kontrolle», hiess es von der nationalen Qualitätskontrolle. Mindestens einer hat aber ein Problem: Dem grossen Hersteller Sanlu droht das Aus.

Einer der grössten chinesischen Milchpulvermarken droht infolge des Skandals um kontaminiertes Babymilchpulver die Pleite.

Die bislang an der chinesischen Sanlu mit 43 Prozent beteiligte neuseeländische Fonterra-Holding kürzte bereits ihre Anteile um mehr als die Hälfte von 139 Millionen auf 62 Millionen Dollar. «Die Marke kann nicht wieder aufgebaut werden, ob die Sanlu-Gruppe intakt bleibt, ist noch nicht erkennbar», sagte Fonterra-Chef Andrew Ferrier.

China: Alles unter Kontrolle

Die Regierung habe mit einer Reihe «sehr harter Massnahmen» von Grund auf aufgeräumt, sagte Yuzhang am Mittwoch am Rande einer Konferenz über Lebensmittelsicherheit in Peking.

«Ich komme eben von einer Inspektionsreise durch die Regionen zurück. Im Moment gibt es faktisch kein Melamin-Problem mehr auf dem chinesischen Markt, auch nicht bei den Produzenten. Nach meinem Kenntnisstand wird es keine schlechten Nachrichten mehr geben.»

Krise vertuscht

An Melamin-verseuchten Milchprodukten sind mehr als 54 000 Säuglinge und Kinder in China erkrankt, mindestens vier starben. Die Behörden haben Dutzende von Verantwortlichen festgenommen, Aufsichtsbeamte entlassen sowie mit Verboten und verschärften Kontrollen auf die Krise reagiert.

Einem Fernsehbericht zufolge soll der Milchpulverskandal bereits Ende vergangenen Jahres begonnen haben. Der chinesische Sender CCTV berichtete, staatliche Ermittlungen hätten ergeben, dass es schon im Dezember erste Klagen über Sanlu-Produkte gegeben habe. Das Unternehmen informierte die Behörden aber erst Anfang August.

Rückschlag für China-Produkte

Während zahlreiche asiatische Länder ein Einfuhrverbot für eine ganze Reihe chinesischer Produkte - darunter auch Schokoriegel und Kekse - verhängten, hält auch in Europa die Vorsicht weiter an. So entfernte zuletzt die britische Supermarktkette Tesco chinesische Süssigkeiten aus ihren Regalen.

(SDA/AP)

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