27.03.2020 16:50

Strafuntersuchung eröffnet

Haben Pflegerinnen ihre Patienten ruhig gestellt?

Mitarbeiterinnen eines Altersheims in St. Gallen stehen unter Verdacht, Beruhigungsmittel entwendet zu haben. Eine Strafuntersuchung läuft.

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gab
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Mitarbeiterinnen eines Altersheims in St. Gallen stehen unter Verdacht Beruhigungsmittel entwendet zu haben. Gegen zwei Personen läuft eine Strafuntersuchung. Der Vorfall ereignete sich im vergangenen Oktober. Durch das interne Kontrollsystem in einem Altersheim in der Stadt St. Gallen wurde entdeckt, dass Medikamente fehlten.

Mitarbeiterinnen eines Altersheims in St. Gallen stehen unter Verdacht Beruhigungsmittel entwendet zu haben. Gegen zwei Personen läuft eine Strafuntersuchung. Der Vorfall ereignete sich im vergangenen Oktober. Durch das interne Kontrollsystem in einem Altersheim in der Stadt St. Gallen wurde entdeckt, dass Medikamente fehlten.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Die Heimleitung reagierte rasch und informierte die Polizei, die kantonale Heimaufsicht, die Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Hausärzte. Es kam zu einem Polizeieinsatz im Heim. Dabei wurden die Medikamente in den Garderobeschränken von vier Mitarbeiterinnen gefunden.

Die Heimleitung reagierte rasch und informierte die Polizei, die kantonale Heimaufsicht, die Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Hausärzte. Es kam zu einem Polizeieinsatz im Heim. Dabei wurden die Medikamente in den Garderobeschränken von vier Mitarbeiterinnen gefunden.

Keystone/Gian Ehrenzeller
«Es besteht der Verdacht, dass Mitarbeiterinnen verschreibungspflichtige Medikamente an Bewohner abgaben, welche diese aus medizinischer Sicht nicht benötigt hätten. Zudem besteht der Verdacht, dass verschreibungspflichtige Medikamente entwendet wurden», teilte die Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit.

«Es besteht der Verdacht, dass Mitarbeiterinnen verschreibungspflichtige Medikamente an Bewohner abgaben, welche diese aus medizinischer Sicht nicht benötigt hätten. Zudem besteht der Verdacht, dass verschreibungspflichtige Medikamente entwendet wurden», teilte die Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit.

Keystone/Christian Beutler

Der Vorfall ereignete sich im vergangenen Oktober. Durch das interne Kontrollsystem in einem Altersheim in der Stadt St. Gallen wurde entdeckt, dass Medikamente fehlten. Die Heimleitung reagierte und informierte die Polizei, die kantonale Heimaufsicht, die Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Hausärzte. Es kam zu einem Polizeieinsatz im Heim.

Dabei wurden die Medikamente in den Garderobeschränken von vier Mitarbeiterinnen gefunden. Die Betroffenen wurden fristlos entlassen wegen Nichteinhaltung der internen Weisungen zum Medikamentenhandling. Gegen zwei dieser Mitarbeiterinnen wird eine Strafuntersuchung geführt, wie die St. Galler Staatsanwaltschaft auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigte.

Bewohner ruhiggestellt?

«Es besteht der Verdacht, dass Mitarbeiterinnen verschreibungspflichtige Medikamente an Bewohner abgaben, welche diese aus medizinischer Sicht nicht benötigt hätten. Zudem besteht der Verdacht, dass verschreibungspflichtige Medikamente entwendet wurden», teilte die Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Das Verfahren sei noch pendent. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Frage, ob mit den Beruhigungsmitteln Heimbewohner entgegen ärztlicher Verordnung ruhig gestellt wurden, verneinte die Heimleitung in ihrem Brief, den sie Ende Oktober an alle Bewohnerinnen und Bewohner und ihre Angehörigen schickte.

Es gebe keine Erkenntnis, dass nicht verordnete Medikamente an Bewohnerinnen und Bewohner im Heim abgegeben worden seien, heisst es in dem Schreiben. Es gebe «auch keine Hinweise auf eine Gesundheitsschädigung von Bewohnerinnen und Bewohnern».

Diese Erkenntnis sei sehr wichtig und gelte noch immer, sagte ein Verantwortlicher des Heims am Freitag. Es habe auch seither keine Hinweise von Bewohnern oder ihren Hausärzten auf Anzeichen von falscher Medikation gegeben.

Null-Toleranz bei Medikamenten

Es sei nach der Aufdeckung des Vorfalls sofort alles getan worden, was man habe tun können. Die zertifizierte interne Medikamentenkontrolle des Heims habe auch in diesem Fall funktioniert, so dass der Vorfall rasch ans Licht gekommen sei, erklärte der Verantwortliche des Heims.

Im Brief von Ende Oktober hatten sich die Verantwortlichen des Altersheims «sehr enttäuscht über das aufgedeckte Fehlverhalten und den Vertrauensmissbrauch durch vereinzeltes Pflegepersonal» gezeigt. Beim Medikamentenmanagement gelte Null-Toleranz, es werde absolut kein Fehlverhalten und auch keine Nachlässigkeit geduldet. (gab/sda)

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