Aktualisiert 08.03.2013 10:07

Riklin beschuldigtHaben SVPler bei der «Weltwoche» gepetzt?

CVP-Nationalrätin Kathy Riklin (ZH) hat in der aktuellen «Weltwoche» Zitate gelesen, die dort nicht stehen sollten. Im Verdacht hat sie Christoph Mörgeli (SVP/ZH) und Peter Keller (SVP/NW).

CVP-Nationalrätin Kathy Riklin vermutet Indiskretionen ihrer Ratskollegen.

CVP-Nationalrätin Kathy Riklin vermutet Indiskretionen ihrer Ratskollegen.

CVP-Nationalrätin Kathy Riklin (ZH) hat sich am Donnerstag im Nationalrat beschwert, weil sie in der aktuellen Ausgabe der «Weltwoche» zitiert wird - mit einem Votum aus einer Kommissionssitzung. Die Voten in diesen Sitzungen sind geheim.

Riklin machte für die Indiskretion Christoph Mörgeli (SVP/ZH) und Peter Keller (SVP/NW) verantwortlich, die Mitglieder der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) sind und für die «Weltwoche» schreiben.

Offenbar leiteten diese ihre Informationen jeweils direkt an die «Weltwoche» weiter, sagte Riklin. Mit Verweis auf das Kommissionsgeheimnis bat sie den Rat, in dieser Sache tätig zu werden. Sie äusserte sich in der Debatte über den Aktionsplan «Koordinierte Energieforschung Schweiz» als WBK-Sprecherin.

Mörgelis Gegenangriff

Mörgeli weist den Vorwurf, den er selbst im Rat nicht gehört hatte, zurück, wie er auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. «Der Vorwurf ist ungeheuerlich, unhaltbar und müsste belegt werden.»

Er geht in den Gegenangriff: Der Angriff reihe sich in andere Anfeindungen Riklins gegen ihn ein. Die CVP-Nationalrätin habe bereits zu seiner Entlassung von der Universität Zürich beigetragen.

Ausserdem habe sie mitgewirkt, als 2008 die «Mörgeli-Mengele-Affäre» aus einer Kommissionssitzung an die Öffentlichkeit gelangte, sagte Mörgeli. Für Indiskretionen in diesem Zusammenhang waren Riklin - wie auch Mörgeli - an einem Verweis des Nationalrats vorbeigekommen.

Keller wollte die Aussagen nicht kommentieren. Da er die «Weltwoche» noch nicht gelesen habe, könne er sich inhaltlich nicht äussern, teilte er mit. Ausserdem sehe er keinen Anlass und habe auch keine Lust, eine persönliche Fehde in den Ratsaal zu tragen.

Aussagen zur Energiewende

In der aktuellen «Weltwoche» steht, die WBK habe vergangene Woche diskutiert, wie der vom Bundesrat beschlossenen Energiewende wissenschaftlich auf die Sprünge zu helfen sei.

Riklin habe dazu gesagt, der Wandel müsse auch in den Köpfen stattfinden. Es gelte deshalb, die Verhaltensökonomie zu stärken. Früher habe man solche Beeinflussungsversuche des Bürgerdenkens «Gehirnwäsche» genannt, kommentiert das Blatt. (sda)

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