Aktualisiert 25.04.2005 18:43

«Haben uns nur zum Teetrinken getroffen»

Der mutmassliche El-Kaida-Chef von Spanien, Imad Eddin Barakat Yarkas alias «Abu Dahdah», hat in Madrid eine Zugehörigkeit zum Terrornetz von Osama bin Laden bestritten.

Der 42-jährige Syrer räumte beim grossen El-Kaida-Prozess in Madrid zwar ein, führende Islamisten in Europa gekannt zu haben. Er habe sich mit ihnen jedoch nur zum Teetrinken getroffen.

«Sie können unsere Kultur nicht verstehen», sagte Barakat vor dem Nationalen Gerichtshof. «Sie sagen, wir hätten Versammlungen abgehalten. Dabei haben wir uns nur auf einen Tee getroffen, wie dies unter Muslimen üblich ist.»

Die spanische Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten vor, die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA mit vorbereitet und finanziert zu haben. Die Anklagebehörde verlangte für ihn über 62 000 Jahre Haft.

Der seit über 20 Jahren in Spanien lebende Syrer räumte ein, den Marokkaner Jamal Zougam zu kennen, der einer der Bombenleger bei den Anschlägen vom 11. März 2004 auf vier Pendlerzüge in Madrid gewesen sein soll.

Er habe dem Marokkaner, der ein Lebensmittelgeschäft in der spanischen Hauptstadt eröffnet habe, Zucchini und Datteln verkauft. Zougam sei kein «praktizierender Muslim», denn er habe ihn oft mit Mädchen gesehen.

Neben Barakat stehen in Madrid 23 weitere mutmassliche Islamisten unter dem Verdacht der El-Kaida-Zugehörigkeit vor Gericht. Das am Freitag eröffnete Verfahren ist der grösste El- Kaida-Prozess in Europa.

(sda)

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