Krawallnacht in St. Gallen - «Habt ihr euch überlegt, warum die Jugend im Moment so reagiert?»

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Krawallnacht in St. Gallen«Habt ihr euch überlegt, warum die Jugend im Moment so reagiert?»

Fotos und Videos der Krawallnacht werden auf Social Media intensiv kommentiert – so auch auf Tiktok. Dort verurteilt ein Grossteil der Nutzerinnen und Nutzer die Ausschreitungen. Andere verteidigen die Aktion und hoffen gar auf mehr.

von
Christian Holzer

Darum gehts

  • In St. Gallen lieferten sich am Freitagabend Jugendliche Scharmützel mit Polizisten.

  • Etliche Videos sind in den sozialen Netzwerken gelandet und werden dort intensiv kommentiert.

  • Ein Grossteil der Userinnen und User zeigt Unverständnis für die Aktion.

Während sich in der Stadt St. Gallen nach 1 Uhr die Krawalle gelegt haben und allmählich Ruhe eingekehrt ist, wird das Ereignis in den Sozialen Medien seither intensiv kommentiert. Etliche Videos haben den Weg ins Netz gefunden – vor allem auf Tiktok. Userinnen und User aus der ganzen Schweiz kommentieren dort die Szenen der vergangenen Nacht. Die meisten zeigen Unverständnis für die Ausschreitungen.

«Gross Sachen von Fremden demolieren und auf Polizisten werfen, danach rumheulen, wenn es Konsequenzen gibt», «Ihr hattet Glück, dass unsere Polizei nicht wie in den USA ist» oder «Bei so einem Kindergarten muss man ja Gummischrot benutzen. Wegen Leuten wie euch schäme ich mich mittlerweile dafür, dass ich in der Schweiz lebe», sind nur einige der Kommentare unter den Videos. Nicht wenige Posts zielen klar unter der Gürtellinie – manche wünschen den Teilnehmenden gar den Tod. «Die Kommentare hier sind fast so schlimm, wie das, was gestern Nacht passiert ist», schreibt ein Tiktokerin.

Hoffen auf mehr

Einige zeigen aber auch Verständnis für die Ausschreitungen: «Habt ihr euch mal überlegt, warum die Jugend im Moment so reagiert? Dieser Corona-Dreck geht zu weit» schreibt etwa ein User. Ein anderer meint: «Die Massnahmen sind scheisse, besonders für junge Menschen.» «Wenigsten ein paar kämpfen für unsere Rechte», heisst es wiederum in einem anderen Kommentar.

Virtuelle Schulterklopfer gibts vor allem von den Menschen, die selber an der Krawallnacht beteiligt waren: «Es braucht mehr Menschen, die so sind wie wir. Zum Glück wachen die Leute langsam auf», schreibt ein Tiktoker. Ein anderer schreibt dazu: «Hoffentlich gibt es bald mehr davon.»

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Die Polizei kontrolliert eine Gruppe Menschen am Blumenmarkt.

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So sah es auf dem Roten Platz um 23.30 Uhr aus - menschenleer.

So sah es auf dem Roten Platz um 23.30 Uhr aus - menschenleer.

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Auch nach 23 Uhr zeigt die St. Galler Polizei Präsenz und kontrolliert vereinzelt Menschen am Bahnhof.

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