Daten von Politikern veröffentlicht: Hacker (20) handelte aus Ärger über Politiker
Aktualisiert

Daten von Politikern veröffentlichtHacker (20) handelte aus Ärger über Politiker

Zahlreiche Dokumente von deutschen Politikern und Prominenten wurden veröffentlicht. Der 20-jährige Tatverdächtige ist geständig.

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Hunderte deutsche Politiker wurden Opfer eines Hackerangriffs.

Hunderte deutsche Politiker wurden Opfer eines Hackerangriffs.

Keystone/Silas Stein/DPA
Die Angreifer veröffentlichten private Dokumente der Politiker.

Die Angreifer veröffentlichten private Dokumente der Politiker.

Keystone/Oliver Berg/DPA
Auch Rapper Sido ist vom Angriff betroffen.

Auch Rapper Sido ist vom Angriff betroffen.

Keystone/Ennio Leanza

Der nach dem grossangelegten Datendiebstahl bei deutschen Politikern und weiteren Prominenten festgenommene 20-jährige Verdächtige hat den Ermittlungen zufolge aus Ärger gehandelt. Und er tat dies allein, wie er gestand.

Der Mann habe angegeben, «aus Verärgerung über öffentliche Äusserungen der betroffenen Politiker, Journalisten und Personen des öffentlichen Lebens gehandelt zu haben», teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Dienstag in Wiesbaden mit.

Wieder auf freiem Fuss

Der junge Mann war am Sonntag im Bundesland Hessen festgenommen worden. In Vernehmungen habe er die «gegen ihn erhobenen Vorwürfe umfassend eingeräumt», erklärte das BKA. Zudem habe er «über eigene Straftaten hinaus Aufklärungshilfe geleistet». Mangels Haftgründen sei er am Montagabend wieder auf freien Fuss gesetzt worden.

Die bei Durchsuchungen beschlagnahmten Beweismittel wie Computer und Datenträger würden nun umfassend ausgewertet. Ein Computer, den der Verdächtige beiseite geschafft habe, sei gefunden worden, hiess es weiter.

Seehofer gratuliert

Der Datendiebstahl im grossen Stil war Ende vergangener Woche bekannt geworden. Betroffen waren davon nach Angaben des Bundesinnenministeriums zahlreiche Politiker, Journalisten und weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Das Ministerium sprach am Montag von 50 bis 60 schweren Fällen sowie rund tausend weiteren, bei denen es nach den bisherigen Erkenntnissen überwiegend um reine Kontaktdaten gehe.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer gratulierte den Sicherheitsbehörden zu ihrem schnellen Ermittlungserfolg. «Durch die gute Zusammenarbeit der Zentralstelle für Internetkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, des Bundeskriminalamtes, des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik und der Landespolizeibehörden wurde der mutmassliche Täter schnell ermittelt», erklärte Seehofer am Dienstag in Berlin. (sda)

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