Aktualisiert 02.10.2012 06:18

Cyberkriminalität

Hacker-Angriffe auf US-Banken bleiben Rätsel

Die Websites etlicher amerikanischer Banken wurden in der vergangenen Woche lahmgelegt. Als Urheber der Attacken kämen nur wenige Gruppen in Frage, sagen Experten nach einer Analyse der Daten.

«Homogener Angriff»: Aufgrund der Auswertungen sind Experten davon überzeugt, das für die DDOS-Attacken nur wenige Gruppen auf der Welt in Frage kommen - islamistische Protestler schliessen sie aus.

«Homogener Angriff»: Aufgrund der Auswertungen sind Experten davon überzeugt, das für die DDOS-Attacken nur wenige Gruppen auf der Welt in Frage kommen - islamistische Protestler schliessen sie aus.

Etliche US-Banken hatten in der vergangenen Woche mit heftigen Angriffen auf ihre Websites zu kämpfen. Es handelte sich dabei vermutlich um sogenannte Denial-of-Service-Attacken, bei denen eine Internetadresse mit Anfragen überschwemmt wird, um sie lahmzulegen. Unklar war aber, wer hinter diesen Angriffen steckte.

Im Internet verbreitete Bekennerschreiben, nach denen Islamisten aus Protest gegen einen Anti-Islam-Film die US-Banken attackierten, stiessen bei Sicherheitsexperten auf Skepsis.

Angriffe waren zu gezielt

Das sei möglicherweise nur ein Ablenkungsmanöver, sagte Mike Smith von der Netzwerk- und Sicherheitsfirma Akamai, die einige der Angriffe analysierte. Das Profil und die Intensität der Angriffe lasse es unwahrscheinlich erscheinen, dass es sich um eine politisch motivierte Aktion von islamistischen Netzaktivisten handle, erklärte Smith. Die Angriffe seien viel zu homogen gewesen. Ihre Intensität liess am Wochenende nach, wie mehrere Banken-Sprecher erklärten. Angriffe gab es offenbar unter anderem auf die Bank of America, JPMorgan Chase und die Citigroup.

Offen bleibt die Frage nach den Urhebern. US-Senator Joe Lieberman erklärte, ohne allerdings Beweise zu liefern, er vermute den Iran hinter den Attacken. Es handle sich um eine Vergeltung für die verschärften Sanktionen der USA und ihrer Verbündeten gegen das Land wegen seines Atomprogramms. Das wollte Internetexperte Smith nicht bestätigen. Er erklärte aber, es gebe nur «eine handvoll Gruppen», die über die technischen Möglichkeiten für solche Attacken verfügten.

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