Internationale Aktion gegen Cybercrime – Hacker aus dem Baselbiet soll Firmen auf der halben Welt angegriffen haben
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Internationale Aktion gegen CybercrimeHacker aus dem Baselbiet soll Firmen auf der halben Welt angegriffen haben

Vergangenen Monat wurde im Rahmen einer internationalen Aktion eine Person in Binningen festgenommen. Laut der Baselbieter Staatsanwaltschaft bestehe ein «dringender Verdacht», dass die Person an Cyberattacken in 71 Ländern beteiligt gewesen war.

von
Seline Bietenhard
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Im Rahmen einer internationalen Aktion wurde Ende Oktober eine Person in Binningen BL festgenommen.

Im Rahmen einer internationalen Aktion wurde Ende Oktober eine Person in Binningen BL festgenommen.

20min/Celia Nogler
Die Baselbieter Polizei arbeitete zusammen mit Fedpol, Europol und diversen anderen Ländern an einer international koordinierten Aktion gegen zwölf Personen. 

Die Baselbieter Polizei arbeitete zusammen mit Fedpol, Europol und diversen anderen Ländern an einer international koordinierten Aktion gegen zwölf Personen.

Staatsanwaltschaft Baselland
Diese Personen werden «dringend verdächtigt», an Ransomware-Attacken gegen mehr als 1800 Personen oder Institutionen in 71 Ländern beteiligt gewesen zu sein.

Diese Personen werden «dringend verdächtigt», an Ransomware-Attacken gegen mehr als 1800 Personen oder Institutionen in 71 Ländern beteiligt gewesen zu sein.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Ein Hacker aus dem Baselbiet soll mittels Ransomware-Attacken Firmen aus aller Welt angegriffen haben.

  • Ende Oktober wurde die Person in Binningen BL festgenommen.

  • Die Baselbieter Polizei hatte zusammen mit dem Bundesamt für Polizei und dem europäischen Polizeiamt eine international koordinierte Aktion durchgeführt.

Im Rahmen einer internationalen Aktion wurde Ende Oktober eine Person in Binningen BL festgenommen. Vergangenen Monat fand in der Ukraine und in der Schweiz unter anderem in Zusammenarbeit mit der Baselbieter Polizei, dem Bundesamt für Polizei Fedpol und dem europäischen Polizeiamt Europol eine international koordinierte Aktion gegen zwölf Personen in der Ukraine und der Schweiz statt. Dies teilte die Baselbieter Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Diese Personen werden laut der Mitteilung «dringend verdächtigt», an Ransomware-Attacken (siehe Box) gegen mehr als 1800 Personen oder Institutionen in 71 Ländern beteiligt gewesen zu sein. Laut Europol handle es sich bei den zwölf Festgenommenen um besonders wichtige Akteure des kriminellen Netzwerks. Im Rahmen der Festnahmen seien über 52’000 US-Dollar und fünf Luxusfahrzeuge beschlagnahmt worden. Ebenfalls wurden etliche elektronische Geräte forensisch untersucht, um Beweise sicherzustellen.

Strafverfahren gegen festgenommene Person eröffnet

Wie die Behörde berichtet, haben die Cyberkriminellen gezielt Grossunternehmen angegriffen und diese praktisch zum Stillstand gebracht. Zuerst nahmen die Kriminellen das Netzwerk der Grossunternehmen mit Methoden wie Phishing oder Trojanern ins Visier, danach verbrachten sie unentdeckt Monate in infizierten Computern, um die Systeme weiter auszuspionieren. Anschliessend deponierten sie dort eine Ransomware und verlangten Bitcoin-Zahlungen für die Entschlüsselung der Daten.

Die festgenommene Person aus Binningen wurde aufgrund eines internationalen Rechtshilfegesuches der Staatsanwaltschaft Paris befragt. Verschiedene Beweismittel wurden beschlagnahmt. Zeitgleich führt die Baselbieter Staatsanwaltschaft gegen die beschuldigte Person auf nationaler Ebene ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf Geldwäscherei und Datenbeschädigung. Die Person befindet sich gemäss der Staatsanwaltschaft zurzeit in Untersuchungshaft.

Was ist Ransomware?

Als «Ransomware», auch Erpressungssoftware genannt, werden Schadprogramme bezeichnet, die einem Eindringling den Zugriff auf Computerdaten, deren Nutzung und das ganze Computersystem gewährt. Der ursprüngliche PC-Nutzer wird von der Benutzung seines Geräts ausgeschlossen, seine privaten Daten werden verschlüsselt. Für die Entschlüsselung der Daten wird ein Lösegeld gefordert.

Eines der bekanntesten Ransomware-Schadprogramme ist WannaCry, das 2017 über 230’000 Computer in 150 Ländern infizierte und Lösegeld forderte. Auch in der Schweiz waren damals 200 infizierte Rechner betroffen. (Quelle: Wikipedia)

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