Genf: Hacker erpressen Lehrerin mit blockiertem Laptop

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GenfHacker erpressen Lehrerin mit blockiertem Laptop

Eine Lehrerin aus Genf ist Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Apple sagt, man könne nichts machen. Der Polizei ist die Masche bekannt.

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duf
Plötzlich war der Laptop von Delphine blockiert und konnte nicht mehr aufgestartet werden.

Plötzlich war der Laptop von Delphine blockiert und konnte nicht mehr aufgestartet werden.

20 Minuten

«Plötzlich wurde der Bildschirm meines MacBook Pro blau», sagt Delphine. Die Lehrerin aus Genf wurde am 10. Mai Opfer eines Hacker-Angriffs. «Ich schaltete den Laptop aus und wieder ein. Dann erschienen sechs Felder auf dem Bildschirm, in die man einen Code und eine E-Mail Adresse einfüllen konnte. Als ich da hineingeschrieben hatte, erhielt ich eine Lösegeldforderung.»

50 Dollar sollte die Lehrerin in der verschlüsselten Währung Bitcoin innert 24 Stunden auf ein virtuelles Konto überweisen, um den Entsperrcode zu erhalten. Doch sie lehnte ab. Sechs Wochen später hat sich noch nichts getan. Apple könne nichts tun. Aus Prinzip sei eine Zahlung ausgeschlossen, heisst es, als Delphine in den Apple Store geht. Da sie das Gerät 2010 kaufte, sei es zu alt, um eine Entsperrung durchzuführen.

Niemals bezahlen

Laut einem Experten für Computersicherheit haben die Hacker den Computer via iCloud Daten blockiert: «Entweder war das Passwort zu schwach oder die Daten sind auf einer raubkopierten Anwendung gestohlen worden.» Sucht man die Adresse der Lösegeldforderung im Internet, stösst man auf ein Apple-Forum, in dem 72 weitere User genau die gleiche Masche erlebt haben. Delphine war also eines von vielen Opfern.

Der Bundespolizei Fedpol sind solche Fälle bekannt. Hacker würden nicht den Computer selbst, sondern lediglich den Inhalt blockieren. Sie empfiehlt, Geldsummen niemals zu zahlen, um solche Banden nicht noch zu fördern. Es sei zudem nie garantiert, dass der Computer danach auch wirklich entsperrt werde. Man solle die Inhalte regelmässig durch Virenschutzprogramme schützen (jedoch nicht in der Cloud) und diese regelmässig aktualisieren.

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