In Bangkok verhaftet: Hacker holt 16 Millionen von Schweizer Konten

Aktualisiert

In Bangkok verhaftetHacker holt 16 Millionen von Schweizer Konten

Ein 26-jähriger Marokkaner soll Schweizer Bankkonten gehackt und damit 16 Millionen Franken ergaunert haben. Jetzt ist er in Bangkok verhaftet worden.

von
lüs

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat Mohamed G.* international zur Verhaftung ausgeschrieben. Dem 26-jährigen Marokkaner wird vorgeworfen, gemeinsam mit rund zehn weiteren Verdächtigen Schweizer Bankkonten gehackt und damit einen Schaden von über 16 Millionen Franken angerichtet zu haben.

Am Freitag klickten für G. in einem Hotel in der thailändischen Hauptstadt Bangkok die Handschellen: Dort spürte ihn die thailändische Polizei auf, wie Kommissar Pharnu Kerdlarpphon der thailändischen Medien sagte. G. war offenbar seine Vergesslichkeit zum Verhängnis geworden: Er hatte das Hotel bereits verlassen, war aber zurückgekehrt, weil er seinen Pass liegengelassen hatte.

G.s hochschwangere thailändische Freundin, in deren Begleitung der Hacker während seiner Verhaftung war, wurde als Zeugin einvernommen. G. war bereits vor vier Jahren in Thailand eingereist und hatte seither in Luxushotels in Bangkok und Pattaya gelebt. Die thailändischen Behörden werden nun die Schweizer Botschaft kontaktieren, um die Auslieferung von G. zu besprechen. Die zuständige Schweizer Bundesanwaltschaft war am Sonntag nicht zu erreichen.

Schon die zweite Hacker-Festnahme in Bangkok

Bereits im März war in Thailand der ebenfalls von der Schweiz gesuchte Hacker Farid E.* (27) verhaftet worden. Der unter dem Nickname Diabl0 bekannte Mann wird mit der Verbreitung von über 20 Computerviren in Verbindung gebracht. Er soll nicht nur Schweizer Banken um einen Millionenbetrag geschädigt haben, ihm war es sogar gelungen, mit dem Computerwurm Zotob 1300 Rechner des US-Departements of Homeland Security zu infizieren. Auch er wartet derzeit noch auf seine Auslieferung in die Schweiz.

* Name der Redaktion bekannt.

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