Einbruchsserie: Hacker knackt Hoteltüren und räumt Zimmer aus
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EinbruchsserieHacker knackt Hoteltüren und räumt Zimmer aus

Ein inzwischen in Haft sitzender Mann hat in den USA Wertsachen aus über hundert Hotels gestohlen. In die Zimmer kam er mit Hilfe eines Mini-Computers.

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swe
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Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen den Kriminellen, der in den USA in Hunderten von Hotels in Zimmer eingedrungen ist, in Aktion. Hier ist er zusammen mit einem Komplizen zu sehen, als sie die Hotel-Lobby betreten.

Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen den Kriminellen, der in den USA in Hunderten von Hotels in Zimmer eingedrungen ist, in Aktion. Hier ist er zusammen mit einem Komplizen zu sehen, als sie die Hotel-Lobby betreten.

Youtube/AndyGreenberg
Unauffällig warten sie auf den Lift, um zu den Hotelzimmern zu gelangen. Oben angekommen, wurden die Türen, die mit einem elektronischen Schloss ausgestattet waren, mit einem selbstgebauten Gerät geknackt.

Unauffällig warten sie auf den Lift, um zu den Hotelzimmern zu gelangen. Oben angekommen, wurden die Türen, die mit einem elektronischen Schloss ausgestattet waren, mit einem selbstgebauten Gerät geknackt.

Youtube/AndyGreenberg
Nachdem verschiedene Wertgegenstände eingepackt wurden, verschwanden die beiden Kriminellen aus dem Hinterausgang. Offenbar trieb der Hauptschuldige dieses Spiel mehrere Jahre lang und entwendete neben Hotelgegenständen auch privates Eigentum der Gäste.

Nachdem verschiedene Wertgegenstände eingepackt wurden, verschwanden die beiden Kriminellen aus dem Hinterausgang. Offenbar trieb der Hauptschuldige dieses Spiel mehrere Jahre lang und entwendete neben Hotelgegenständen auch privates Eigentum der Gäste.

Youtube/AndyGreenberg

Der Amerikaner Aaron Cashatt hat offenbar jahrelang eine Sicherheitslücke in elektronischen Hotelschlössern der Firma Onity ausgenutzt. Mit einem selbstgebastelten Gerät konnte er den Öffnungscode auslesen und sich so Zugang zu Zimmern in weit über hundert Hotels verschaffen.

Dabei entwendete er Wertgegenstände wie Fernseher, iPads und auch privates Eigentum der Hotelgäste. Von der Sicherheitslücke erfuhr er, weil diese im Jahr 2012 an der Sicherheitskonferenz Black Hat vorgestellt wurde. Dies berichtet das amerikanische Magazin «Wired», das sich mit dem in Haft sitzenden Cashatt unterhalten konnte.

Millionen betroffene Schlösser

Zwar versuchten die Hersteller der elektronischen Hotelschlösser, das Problem zu lösen, indem sie die Schnittstelle, an der Cashatt sein Gerät anschloss, mit einem Plastikteil abdeckten. Den Dieb hielt dies jedoch nur für einige Wochen fern, da der Plastik mit etwas Übung leicht entfernt werden konnte.

Obwohl Millionen von Hotelzimmertüren von der Sicherheitslücke betroffen waren, konnte die Firma Onity wenig dagegen unternehmen. Der einzige Weg war es, alle Schlösser zu ersetzen, die Firma wollte die Kosten jedoch – zumindest vorerst – nicht übernehmen.

Gelegenheit macht Diebe

Über die Möglichkeit, die elektronischen Schlösser zu knacken, wurde viel berichtet. Hacker veröffentlichten Youtube-Videos, in denen sie zeigten, wie der Vorgang genau funktioniert. Nur Aaron Cashatt hatte jedoch das technische Wissen und genug kriminelle Energie für solch ausgiebige Diebestouren.

Nicht nur war Cashatt schon einige Male im Gefängnis, er kannte sich auch mit Computern und Elektronik aus. Sein Hacker-Gerät baute er sich für umgerechnet 50 Franken in ein paar Stunden zusammen. Damit die Elektronik nicht auffiel, versteckte er das Gerät in einer Sonnenbrillenhülle.

Anfangs stahlen er und seine Komplizen noch Laptops oder iPads. Eines Tages entdeckte er im Necessaire eines Hotelgastes jedoch eine teure Breitling-Uhr. Von da an gab es kein Halten mehr. Ob Kameras, Juwelen oder Kleider, alles wurde in Koffer gepackt und über den Hinterausgang des Hotels nach draussen geschafft.

Verschiedene Vorsichtsmassnahmen

Damit er keine Fingerabdrücke hinterliess, trug er bei seinen Aktionen Handschuhe. Zudem stahl er Autonummern und wechselte diese bei seinem Wagen regelmässig. Bei seinen ersten Coups war er noch nervös, mit der Zeit merkte Cashatt jedoch, dass er von den Hotelangestellten wie ein Gast behandelt wurde und wurde immer entspannter.

Wired schreibt, dass die Schlösser, zumindest bei den grossen Hotels, mittlerweile ausgetauscht seien. Cashatt, der noch etwa sieben bis neun Jahre im Gefängnis sitzen wird, hat geschworen, dass er nie mehr in Hotelzimmer eindringen werde. Nach seiner Entlassung hofft er auf einen Job in der Sicherheitsbranche.

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