Vom Spiel zur Realität: Hacker nehmen «Cyberpunk»-Entwickler auseinander
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Vom Spiel zur RealitätHacker nehmen «Cyberpunk»-Entwickler auseinander

CD Projekt Red hatte mit «Cyberpunk 2077» einen miesen Start. Der Entwickler musste für das Game viel Kritik einstecken. Jetzt wird die Firma auch noch von Hackern erpresst.

von
Riccardo Castellano

«Cyberpunk 2077» hatte nicht nur nervige Bugs, sondern auch lustige. Im Video siehst du eine Auswahl davon.

20M

Darum gehts

  • «Cyberpunk 2077»-Entwickler CD Projekt Red wurde gehackt.

  • Die Hacker haben Quellcodes und Firmendokumente geklaut.

  • Damit wollen die Hacker den Entwickler nun erpressen.

  • CD Projekt Red hat die Situation öffentlich gemacht.

  • Die Firma hat angekündigt, man wolle nicht verhandeln.

In der aktuellen Situation will man kein Mitarbeiter beim polnischen Game-Entwickler CD Projekt Red sein. Nach einem desaströsen Launch von «Cyberpunk 2077» mit Bugs und Glitches, haben die Macher einiges zu tun, um ihre Reputation wieder auf Vordermann zu bringen und das Game zu flicken.

Eine Verschnaufpause bekommt die Firma nicht, denn schon folgt die nächste Krise: Hacker haben von den Servern des Entwicklers einen grossen Datenberg geklaut, fordern nun ein Lösegeld und drohen damit die Daten zu veröffentlichen.

Wichtige Dokumente gestohlen

So wurden unter anderem die Quellcodes verschiedener Spiele, etwa von «Cyberpunk 2077» und «Witcher 3», gestohlen. Mit den Quellcodes könnten versierte Programmieren, die Games von Grund auf verändern und sie anpassen.

Zusätzlich sind wichtige Firmendokumente abhanden gekommen. In diesen stehen Details zu Administration, Buchhaltung, HR, Investoren. Die Hacker drohen nun damit, die Daten zu veröffentlichen oder zu verkaufen, wenn keine Vereinbarung getroffen werden kann.

«Wir werden nicht verhandeln»

CD Projekt Red hat die Situation kurzerhand auf Twitter geschildert und in einem Statement dargelegt, dass sie sich den Forderungen der Hacker nicht fügen werden. «Wir sind uns bewusst, dass die Daten dadurch an die Öffentlichkeit gelangen könnten. Wir sind aber darauf vorbereitet», heisst es in der Mitteilung.

Es ist nicht das erste Mal, dass CD Projekt Red angegriffen wurde. Bereits im Jahr 2017 haben Cyberkriminelle Dokumente zu «Cyberpunk 2077» gestohlen. Damals befand sich das Spiel in der Entwicklung. Folgen hatte es damals keine.

Bist du oder jemand, den du kennst, von Cybercrime betroffen?

Hier findest du Hilfe:

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Aufklärung:

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Deine Meinung

10 Kommentare
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Achja-

10.02.2021, 11:31

Sobald wir aufhören mit pre-orders von solchen Games (vom Hype mal ganz abgesehen) werden sich solche Probleme von selbst lösen.

ElDuden

10.02.2021, 10:14

Von wegen bugs usw. : "... versierte Programmieren..."???

Zockerbraut

10.02.2021, 09:57

Nur von 'Bugs' und 'Glitches' zu reden ist leider eine Verharmlosung. Zahlreiche 'Glitches' sind ganz bewusst eingebaut worden um Performance zu sparen, aber das Problem ist viel weitreichender als eine schwache Konsolenversion. Es fehlen z.B. zig Features die seit Jahren angekündet waren, deshalb wurde CPR ja auch von Investoren verklagt. Wer sich etwas mit den Hintergründen auseinandersetzt merkt schnell dass hier seit Jahren massives Missmanagement betrieben wurde und CPR erst wenige Monate (!) vor der Veröffentlichung überhaupt damit angefangen hat, das Spiel zusammen zu bauen. Davor wurde völlig unkoordiniert herumentwickelt, ohne funktionierenden workflow. Und das ist jetzt nur eines von zahlreichen Beispielen, vom fake Trailer und dem Crunch-Skandal gar nicht erst anzufangen. Die Problematik hier ist auch nicht einzigartig. Solche Studios sollte man nicht einfach mit 'PC Masterrace uwu' davon kommen lassen!