Schadsoftware: Hacker posten Kinderporno auf Facebook
Aktualisiert

SchadsoftwareHacker posten Kinderporno auf Facebook

Die Schweizer Behörde gegen Cyberkriminalität (Kobik) warnt vor Facebook-Hackern: Diese teilen kinderpornografische Bilder, die zu einer Schadsoftware verlinkt sind.

von
qll
Das kinderpornografische Bild enthält eine Verlinkung.

Das kinderpornografische Bild enthält eine Verlinkung.

Die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik) erhält seit einigen Tagen Meldungen von Bürgern, bei denen mit ihrem gehackten Facebook-Konto ein kinderpornografisches Bild geteilt wurde. Dieses wird nicht nur auf dem jeweiligen Konto gepostet, sondern auch in den aktiven Gruppen. Wenn man das Bild anklickt, wird man zu einer gefälschten Internetseite verlinkt, wie das Computer-Magazin «Online-PC» schreibt.

Auf der gefälschten Internetseite heisst es, dass man angeblich den Browser updaten muss, um das Bild anzuzeigen. Das zu herunterladende Programm ist laut Kobik aber eine Schadsoftware, die die Sicherheit des Computers gefährdet.

Facebook-Freunde werden infiziert

«Es gibt mehrere Möglichkeiten, was die Software anrichten kann, nachdem sie den Computer infiziert hat», sagt Myriam Stucki, Sprecherin des Bundesamts für Polizei (Fedpol), zu 20 Minuten. «Beispielsweise können Passwörter gespeichert werden oder Dateien werden verschlüsselt und man verlangt Geld von den Betroffenen, um diese zu entschlüsseln.»

Wie viele Personen bisher betroffen sind, ist nicht bekannt. «Es waren vorerst Einzelne betroffen, aber je mehr Freunde jemand hat, desto weiter ziehen sich die Kreise», sagt Stucki. Zwar würden schon länger Facebook-Konten gehackt und schockierende Bilder gepostet. Doch: «Weil es nun kinderpornografische Bilder sind, ist es besonders schlimm.»

Post melden und User informieren

Wer auf ein solches Bild stösst, soll laut Kobik nicht auf den Link klicken und den betroffenen Post auf Facebook melden. So kann dieser schnell entfernt werden. Auch soll man in einem weiteren Schritt die Person informieren, deren Konto gehackt und für den Post missbraucht wurde. Dadurch kann diese wieder die Kontrolle über ihr Konto übernehmen oder das Konto löschen. Auch sollte man das eigene Konto schützen, indem man ein sicheres Passwort wählt und dieses laufend wechselt. Zudem kann die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert werden.

Ebenso empfiehlt Kobik, generell vorsichtig zu sein, wenn es darum geht, auf Seiten, die man nicht kennt, ein Update des Browsers zu vollziehen. Ebenso sollte man solche Vorfälle via Meldeformular an Kobik mitteilen. So kann Kobik diese analysieren und die Löschung der betrügerischen Seiten veranlassen.

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