SMS-Spam: Hacker saugen Facebook-Daten von 1,6 Millionen Schweizern ab
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SMS-SpamHacker saugen Facebook-Daten von 1,6 Millionen Schweizern ab

Nachdem die Daten von über einer halben Milliarde Facebook-Konten veröffentlicht wurden, plagen sich Smartphone-Besitzer mit Phishing-SMS herum. Facebook weist die Verantwortung von sich.

von
Reto Heimann
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Facebook kämpft gegen ein riesiges Datenleck.

Facebook kämpft gegen ein riesiges Datenleck.

20min/Taddeo Cerletti
Daten von 530 Millionen Facebook-Usern waren öffentlich einsehbar.

Daten von 530 Millionen Facebook-Usern waren öffentlich einsehbar.

20min/Taddeo Cerletti
Facebook streitet die Verantwortung ab, muss sich aber vor der Datenschutzbehörde der EU rechtfertigen.

Facebook streitet die Verantwortung ab, muss sich aber vor der Datenschutzbehörde der EU rechtfertigen.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • 530 Millionen User weltweit sind von einem massiven Datenleck bei Facebook betroffen.

  • In der Schweiz sind die Handynummern, Wohnorte, Geburtsdaten und Namen von 1,6 Millionen Nutzerinnen und Nutzern einsehbar.

  • Facebook weist die Schuld von sich, die EU untersucht den Vorfall.

533 Millionen: So viele Datensätze von Facebook-Usern waren in einem Hackerforum öffentlich einsehbar. Als Erste berichtete die Cybersecurity-Plattform «Hudson Rock» via Twitter darüber. Unter den veröffentlichten Daten befinden sich Facebook-IDs, Email-Adressen, Handynummern, Namen, Wohnorte und Geburtsdaten. Betroffen sind vor allem europäische Facebook-User. Allein in Italien sind 35 Millionen Menschen betroffen, schreibt «Politico». In der Schweiz wurden die Daten von 1,6 Millionen Usern abgegrast, wie die Kantonspolizei Zürich in einem Tweet informiert:

Das Datenleck hat Konsequenzen. Es kommt zu vermehrten Phishing-Angriffen auf Smartphones. Dabei handelt es sich um betrügerische SMS, die dem Empfänger zum Beispiel vorgaukeln, er müsse für den Erhalt eines Postpakets auf einen Link klicken. Darüber berichtet der «Spiegel». Ganz wichtig in solchen Fällen: Nicht auf den Link klicken. Und keinesfalls persönliche Daten preisgeben, wie Ulrich Kelber in einem Tweet mitteilt. Kelber ist für die Kontrolle von Facebook in Deutschland verantwortlich.

Facebook weist in einem Statement die Verantwortung für das Datenleck von sich. Es handle sich um «alte Daten» aus dem Jahr 2019, die geleakt worden seien. Facebook habe die Sicherheitslücke damals umgehend geschlossen, teilt der Tech-Gigant weiter mit. Facebook betont, dass unter den öffentlich gewordenen Daten «keine Finanzinformationen, Gesundheitsinformationen oder Passwörter» seien. Stattdessen sei es den Hackern via Automatisierung gelungen, prinzipiell öffentliche Daten massenhaft abzurufen.

Die Irish Data Protection Commission (DPC) ist in der EU damit beauftragt, Facebook auf die Finger zu schauen. Sie steht den Argumenten von Facebook skeptisch gegenüber. Seit Inkrafttreten der neuen europäischen Datenschutzverordnung im Jahr 2018 ist Facebook verpflichtet, grosse Datenlecks innert 72 Stunden zu melden. «Wir haben bisher keine proaktive Kommunikation von Facebook gesehen», teilt die DPC mit.

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Meldestellen:

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