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FlughafengefängnisHäftling bietet 1200 Fr für Handy – verurteilt

Hartnäckig versuchte ein Häftling im Zürcher Flughafengefängnis an ein Handy zu kommen – «zum Spass». Trotzdem wurde er wegen Bestechung verurteilt.

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Ein Häftling im Zürcher Flughafengefängnis stellte einem Mitarbeiter 1200 Franken in Aussicht, um an ein Handy zu gelangen. Einen anderen bot er 700 Franken.

Ein Häftling im Zürcher Flughafengefängnis stellte einem Mitarbeiter 1200 Franken in Aussicht, um an ein Handy zu gelangen. Einen anderen bot er 700 Franken.

Keystone/Martin Ruetschi
Der Verteidiger gab vor dem Obergericht an, dass sein Mandant die Aufforderungen nur zum Spass geäussert habe.

Der Verteidiger gab vor dem Obergericht an, dass sein Mandant die Aufforderungen nur zum Spass geäussert habe.

Keystone/Steffen Schmidt
Das Obergericht bestätigte den Schuldspruch wegen mehrfacher Bestechung. Es bleibt bei der Geldstrafe von 1350 Franken.

Das Obergericht bestätigte den Schuldspruch wegen mehrfacher Bestechung. Es bleibt bei der Geldstrafe von 1350 Franken.

Keystone/Martin Ruetschi

Der Wunsch nach einem eigenen Mobiltelefon war bei einem 28-jährigen Schweizer anscheinend sehr stark. 2017 bat der inhaftierte, mehrfach vorbestrafte Mann Mitarbeiter des Flughafengefängnisses um die Beschaffung eines Mobiltelefons.

Der Beschuldigte stellte einem Mitarbeiter bis zu 700 Franken in Aussicht, einem anderen bis zu 1200 Franken. Der Besitz eines Mobiltelefons ist Gefängnisinsassen allerdings nicht erlaubt. Weil der Beschuldigte mit seinen Aufforderungen nicht aufhörte, meldete das ein Mitarbeiter schliesslich seinem Vorgesetzten.

«Nur zum Spass»

Der Verteidiger gab vor dem Obergericht an, dass sein Mandant die Aufforderungen nur zum Spass geäussert habe. Das Obergericht ging auf diese Argumention aber nicht ein, wie dem am Dienstag publizierten Urteil zu entnehmen ist. Der Beschuldigte habe sein Angebot hartnäckig und wiederholt ausgesprochen. Auch ein Zivildienstleistender habe bei der polizeilichen Einvernahme die wiederholten Aufforderungen erwähnt, die er mit der Zeit als konkret wahrgenommen habe.

Der Beschuldigte habe den Mitarbeitern einen finanziellen Vorteil von mehreren Hundert Franken in Aussicht gestellt, heisst es im Urteil. Er erwähnte gegenüber ihnen häufig, dass der «Richtpreis» für ein eingeschmuggeltes Handy in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies bei 500 bis 700 Franken läge. Die Mitarbeiter des Flughafengefängnisses würden also mehr verdienen als ihre Kollegen.

Geldstrafe von 1350 Franken

Das Obergericht erachtete die Behauptung des Beschuldigten, er habe immer nur im Scherz geredet, als unglaubhaft. Es zitierte im Urteil einen Mitarbeiter des Gefängnisses, der darauf hinwies, dass Kollegen in finanzieller Not ansprechbar auf solche Angebote seien.

Das Bezirksgericht Dielsdorf hatte den Beschuldigten der mehrfachen Bestechung schuldig gesprochen. Er wurde mit einer unbedingten Geldstrafe von 1350 Franken schuldig gesprochen. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Beschuldigte zogen das Urteil an das Obergericht weiter. Während die Staatsanwältin eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten forderte, verlangte der Beschuldigte einen Freispruch und eine Genugtuung.

Keine Freiheitsstrafe

Das Obergericht lehnte den Berufungsantrag des Beschuldigten ab. Auch den Antrag der Staatsanwaltschaft berücksichtigte es nicht. Eine kurze Freiheitsstrafe von sechs Monaten sei nur sehr restriktiv auszusprechen.

Obwohl der Beschuldigte letztlich kein Handy bekam und den Gefängnisangestellten kein Geld gab, verurteilte ihn das Obergericht wegen mehrfacher Bestechung. Es begründete sein Urteil damit, dass in diesem Falle das Versprechen des Beschuldigten den Tatbestand der Bestechung erfülle.

Das Obergericht blieb bei der verhängten Geldstrafe der Vorinstanz. Der Beschuldigte muss aber zusätzlich die Gerichtsgebühren von 1250 Franken bezahlen. Das Urteil kann noch ans Bundesgericht weitergezogen werden. (sda)

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