Nach Norovirus-Ausbruch: Häftling erbricht in Küche, Gefängnis bucht Catering
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Nach Norovirus-AusbruchHäftling erbricht in Küche, Gefängnis bucht Catering

Nachdem in der St. Galler Strafanstalt Saxerriet das Norovirus grassierte, kam es in der Küche zu einem Zwischenfall.

von
daw
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In der Woche vor Weihnachten litten 27 Insassen und 4 Mitarbeiter der Strafanstalt Saxerriet an Magen-Darm-Beschwerden.

In der Woche vor Weihnachten litten 27 Insassen und 4 Mitarbeiter der Strafanstalt Saxerriet an Magen-Darm-Beschwerden.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Ein Insider berichtete: «Hier herrschen prekäre Zustände.»

Ein Insider berichtete: «Hier herrschen prekäre Zustände.»

Keystone/Gian Ehrenzeller
Zum Gefängnis gehört auch ein Landwirtschaftsbetrieb.

Zum Gefängnis gehört auch ein Landwirtschaftsbetrieb.

Keystone/Gian Ehrenzeller

In der Woche vor Weihnachten litten 27 der rund 100 Insassen der Strafanstalt Saxerriet an Durchfall und Erbrechen. Der Norovirus-Ausbruch schien bereits ausgestanden: Am 26. Dezember konnte die Isolation der letzten Patienten aufgehoben werden.

Am Freitagabend kam es dann aber zu einem unschönen Vorfall im Abwaschraum neben der Küche. Ein Insider erzählt: «Ein Insasse hat im Raum, wo Teller, Gläser und Besteck gewaschen werden, alles vollgekotzt.» Daraufhin sei die Gefängnisleitung zusammengekommen und die Küche gesperrt worden.

Küche wird «penibel genau gereinigt»

Martin Vinzens, Direktor der Strafanstalt, bestätigt den Vorfall. «Offen ist, ob ein Zusammenhang mit dem Norovirus besteht.» Der betroffene Insasse sei als einer der ersten erkrankt und habe wieder als gesund gegolten.

Die Küche bleibt nun nach Absprache mit dem kantonalen Lebensmittelinspektor drei Tage lang geschlossen. Laut Vinzens handelt es sich um eine «Vorsichtsmassnahme, um die Insassengemeinschaft und die Mitarbeitenden zu schützen und auf der sicheren Seite zu sein.» In dieser Zeit sei angesagt, «sämtliche Teile der Küche und des Abwaschraums wie auch Apparaturen, Geschirr, Besteck, Materialen und so weiter penibel genau zu reinigen und zu desinfizieren».

Catering für die Insassen

Damit die Häftlinge nicht Hunger leiden müssen, hat das Gefängnis ein Catering organisiert. «Dieses hat in allen Teilen bestens funktioniert und in keiner Weise einen Leistungsabfall in der Verpflegung der Institution bedeutet», sagt Vinzens.

Der Gefängnisdirektor betont, dass es nach Aufhebung der Isolation keine neuen Erkrankungen mehr gegeben habe. Das Virus habe man nicht unterschätzt – im Gegenteil: «Unser Krisenmanagement hat sich als sehr effizient und tauglich erwiesen.» Er gehe davon aus, dass man ab Dienstag definitiv zur Normalität zurückkehren könne.

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