Preisüberwacher greift ein: Häftling kritisiert zu hohe Kioskpreise im Gefängnis
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Preisüberwacher greift einHäftling kritisiert zu hohe Kioskpreise im Gefängnis

Ein Insasse stört sich an überteuerten Kiosk-Artikeln im Untersuchungsgefängnis. Nach einer Intervention des Preisüberwachers könnte sich das ändern.

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pam
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Der Gefängniskiosk der Zürcher Untersuchungsgefängnisse bietet verschiedene Güter des täglichen Bedarfs an.

Der Gefängniskiosk der Zürcher Untersuchungsgefängnisse bietet verschiedene Güter des täglichen Bedarfs an.

Keystone/Christian Beutler
Für einen Häftling sind die Preise, die der Kiosk verlangt, jedoch überrissen. Er hat sich deshalb beim Preisüberwacher beschwert.

Für einen Häftling sind die Preise, die der Kiosk verlangt, jedoch überrissen. Er hat sich deshalb beim Preisüberwacher beschwert.

Keystone/Christian Beutler
In seinem aktuellen Newsletter vermeldet Preisüberwacher Stefan Meierhans nun, er habe das Gefängnis mit dem Problem konfrontiert und dieses wolle nun handeln.

In seinem aktuellen Newsletter vermeldet Preisüberwacher Stefan Meierhans nun, er habe das Gefängnis mit dem Problem konfrontiert und dieses wolle nun handeln.

Keystone/Alessandro Della Valle

Cola, Snickers, Rasierschaum: In den Untersuchungsgefängnissen des Kantons Zürich (UGZ) öffnet der hauseigene Kiosk einmal pro Woche die Tore, damit sich die Insassen mit Gütern des täglichen Bedarfs eindecken können (siehe Box).

Für einen Häftling sind die Preise, die der Kiosk verlangt, jedoch überrissen. Er hatte sich deshalb beim Preisüberwacher beschwert. Konkret ging es etwa um die Artikel «Quick Soup Croutons, 3 x 11g» für 2.20 Franken oder den Beutel Zwicky Früchtemüesli für 5.80 Franken. Er bemängelt, dass auch Aktionen nicht weitergegeben würden.

«Es gibt Spielraum nach unten»

In seinem aktuellen Newsletter vermeldet Preisüberwacher Stefan Meierhans nun, er habe das Gefängnis mit dem Problem konfrontiert und dieses wolle nun handeln. «Es ist eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden, die den Auftrag erhalten hat, in einem ersten Schritt zu eruieren, inwiefern sich die Kioskangebote und deren Preise in den fünf Gefängnissen der UGZ unterscheiden», sagt Meierhans. Danach würden die Preise neu gestaltet, wobei es «offenbar einen gewissen Spielraum für eine Anpassung nach unten» gebe.

Die bisher höheren Preise rechtfertigt das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich damit, dass Zusatzkosten entstehen: für die Lagerhaltung, den Lohn der Kiosk-Arbeiterinnen, den Ersatz verdorbener Waren und letztlich auch für den Mitarbeiter, der das Ganze auf die Stockwerke verteilt. Aktionen habe man bisher nicht berücksichtigt, «weil die Gefängnisse die Kioskliste nicht wöchentlich anpassen können und wollen», erklärt Sprecherin Rebecca de Silva. Dies sei eine Ressourcenfrage und auch eine Frage der Gleichbehandlung der Insassen.

Erste Ergebnisse nicht vor 2020

Um wie viel die Preise im Zuge der «Harmonisierung» nun gesenkt werden, ist noch unklar. Dies kläre die eingesetzte Arbeitsgruppe. «Das wird dauern», sagt de Silva. Sie rechnet nicht mit Ergebnissen vor Anfang 2020. Immerhin: Neben dem Insassen, der sich beim Preisüberwacher meldete, haben sich keine weiteren Insassen über die Kioskpreise beschwert.

Das gibts im Gefängnis-Kiosk

- 18 Sorten Getränke, Tee, Kaffee

- 10 Positionen unter Zigaretten, Tabak usw.

- 20 Positionen unter Lebensmittel, z. B. Quick-Soup, Harissa, Multivitamin-Brausetabletten oder Zwicky-Früchtemüesli

- 7 Positionen unter Snacks, Biscuits, Schokolade, Bonbons

- 24 Positionen unter Toilettenartikel

- 11 Positionen unter Papeterieartikel

- 11 Positionen unter Frischprodukte

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