Orbe VD: Häftlinge sauer wegen Coop Superpunkten
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Orbe VDHäftlinge sauer wegen Coop Superpunkten

Superpunkte im Wert von 16'000 Franken sollen Gefängnis-Insassen verwehrt bleiben. Dagegen gehen zwei Häftlinge vor.

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fss
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Superpunkte lösen in einem Gefängnis eine Debatte aus.

Superpunkte lösen in einem Gefängnis eine Debatte aus.

Keystone/Christian Beutler
Zwei Häftlinge aus Waadt beschweren sich, dass sie für ihre Einkäufe keine Superpunkte erhalten.

Zwei Häftlinge aus Waadt beschweren sich, dass sie für ihre Einkäufe keine Superpunkte erhalten.

Keystone/Valentin Flauraud
Die Kantine des Gefängnis ist mit dem Coop Superpunkt-System ausgestattet.

Die Kantine des Gefängnis ist mit dem Coop Superpunkt-System ausgestattet.

Keystone/Valentin Flauraud

Die Häftlinge des Gefängnisses von Orbe, im Kanton Waadt sind sauer. Grund dafür: Coop Superpunkte. Zwei Gefangene schreiben einen Beschwerdebrief an 20 Minutes. Darin steht: «Die Verantwortlichen der Gefängnis-Kantine gehen im Coop einkaufen. Bei jedem Kauf sollte der Häftling also auch Superpunkte erhalten. Doch davon haben wir noch nie was gesehen.»

Laut Informationen der beiden Insassen sollen sich die gesammelten Punkte auf rund 1,6 Millionen belaufen. Dies entspricht einem Wert von 16'000 Franken. Die Häftlinge schreiben: «Diese Superpunkte wurden noch nie proportional an die Insassen verteilt»

Verantwortlicher äussert sich nicht

Sie zeigen mit dem Finger auf den Gefängnisdirektor. Dieser soll die Punkte angeblich genutzt haben, um Wäsche für die Gefangenen zu kaufen. Dies verurteilen die beiden Unterzeichner: «Wir haben davon nichts gesehen und es bat uns auch niemand um unsere Zustimmung, einen solchen Kauf zu tätigen.» Sie drohen nun mit rechtlichen Schritten.

Auf Anfrage von 20 Minutes, bestätigt der Abgeordnete Claude Schwarz, der für die Häftlinge zuständig ist, dass auch er das Schreiben der Gefangenen erhalten habe. Er wollte sich allerdings nicht dazu äussern.

Leben der Häftlinge aufwerten

Marc Bertolazzi, Leiter Kommunikation des Strafvollzugdienstes bestätigt, dass 1,6 Millionen Punkte gesammelt wurden. «Es wird erwogen, diesen Betrag in die Infrastruktur oder Ausrüstung zugunsten der Häftlinge zu investieren.» Ihm zufolge sollen die Superpunkte dafür genutzt werden, um das Leben der Insassen zu aufzuwerten und so ihre soziale Wiedereingliederung zu fördern. Er betont auch, dass vor fünf Jahre Badetücher dank den Superpunkten verteilt werden konnten.

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