Häftlingsrevolte in Genfer Gefängnis
Aktualisiert

Häftlingsrevolte in Genfer Gefängnis

Im Genfer Gefängnis Champ-Dollon ist es heute zu einer Häftlingsaufstand gekommen. Rund 200 Gefangene weigerten sich nach dem Mittagsessen, wieder in ihre Zellen zurückzukehren.

Erst gegen 16 Uhr gaben die aufmüpfigen Häftlinge klein bei. Die Polizei wurde alarmiert und begab sich mit zahlreichen Beamten vor Ort, bestätigte deren Sprecher Christophe Zawadzki eine Meldung des Genfer Lokalradios One FM. Die Polizisten mussten jedoch nicht eingreifen.

Gegenüber der Direktion beklagten sich die Häftlinge darüber, dass die Untersuchungshaft und die Verfahren im allgemeinen zu lang dauerten. Das Gefängnis Champ-Dollon gilt seit Jahren als notorisch überbelegt.

Rund 200 Gefangene zuviel

2006 sassen laut dem Jahresbericht der Strafanstalt im Schnitt 472 Personen in der für 270 Gefangene gebauten Haftanstalt ein. Grund für die Überbelegung ist die hohe durchschnittliche Haftdauer.

Wie aus dem Jahresbericht weiter hervorgeht, stieg nämlich die Haftdauer seit 1980 von durchschnittlich 26 Tagen auf zuletzt 60 Tage. Damit einher ging eine starke Zunahme der «Gefängnis- Übernachtungen»: Sie legten seit 1980 von 52 189 auf 172 368 zu.

Die jährlichen Neueinweisungen stiegen ihrerseits von knapp 1900 auf 2400. Die Kombination dieser Trends führte dazu, dass Champ- Dollon seit 1997 fast dauernd überbelegt war. (sda)

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