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DresscodeHält sich Real ans Werbeverbot?

Real Madrid und der Dresscode: Hält sich der spanische Rekordmeister am Montag gegen den FC Zürich an die Schweizer Gesetze? Oder spielt er trotz Verbot in den Trikots mit dem Schriftzug von Sponsor Bwin?

von
Sandro Compagno

30 Millionen Franken lässt sich der Wettanbieter sein Engagement bei den Königlichen jährlich kosten. Logisch, will Bwin seinen Schriftzug auch sehen, wenn Cristiano Ronaldo oder Kaká in der Cham­pions League im Letzigrund spielen. Nur: In der Schweiz dürfen ausschliesslich Swisslos und die Loterie Romande gewerbsmässig Sportwetten anbieten und für ihre Wetten Sporttip und Totogoal werben.

Kein Schweizer macht sich strafbar, wenn er im Internet bei ausländischen Sportwetten mitmacht. Wer aber solche Spiele in der Schweiz anbietet oder bewirbt, verstösst gegen Schweizer Recht. Mit anderen Worten: Real darf im Letzigrund nicht für Bwin werben. Noch ist unklar, ob sich die Spanier an das Verbot halten, wie Bwin-Sprecher Kevin O'Neal gegenüber 20 Minuten bestätigt: «Wir wissen noch nicht, in welchen Trikots Real spielt. Die Diskussionen laufen.»

Nicht nur Real, auch die AC Milan wirbt für Bwin und kassiert dafür 23 Mio. Franken pro Jahr. Als die Mailänder vor einem Jahr im Uefa-Cup gegen den FCZ spielten, trugen sie im Letzigrund neutrale Shirts ohne Sponsor. Doch das war schon anders: 2007 wurden sie in Bayern zu einer Busse von 160  000 Franken verdonnert, im Februar dieses Jahres in Bremen zur Zahlung von 50  000 Franken, weil sie trotz Werbeverboten in den beiden Bundesländern mit Bwin-Logo gespielt hatten. Angesichts der Millionen, die in der Champions League bereitliegen, sind solche Bussen ein besseres Trinkgeld. Übrigens: Real- und Milan-Trikots mit Bwin-Aufdruck sind in jedem gut sortierten Schweizer Sportgeschäft erhältlich.

Real Madrid im Hyatt, FCZ im Leuen

Drei Tage vor der Champions-League-Heim­premiere gegen Real Madrid hat der FCZ gegen GC seine Pflicht in der Meisterschaft erfüllt. In einem turbulenten Derby gewann der amtierende Meister gegen den Rekordmeister mit 4:3. So überzeugend die Mannschaft von Bernard Challandes in der Offensive auftrat, so fahrig wirkte sie in der Abwehr: Wer sich gegen Zarate (2 Tore) und Ben Khalifa (1 Tor) schwertut, der muss vor Cristiano Ronaldo, Kaká oder Benzema zittern.

Real wird am Montag Nachmittag in Zürich eintreffen, wo es im noblen Hotel Park Hyatt Quartier bezieht. Die Königlichen gewannen am Samstag auch ihre zweite Meisterschafts-Partie. Trainer Manuel Pellegrini rotierte beim 3:0-Auswärtssieg gegen Espanyol Barcelona die Stars Ronaldo, Raúl und Diarra aus der Startformation.

Die Spieler des FCZ haben gestern ein leichtes Training absolviert. Auch Stürmer Eric Hassli, der im Derby angeschlagen ausgewechselt worden war, war dabei. Heute dislozieren sie nach Uitikon-Wald­egg, wo sie die Nacht vor dem Spiel des Jahres im Hotel Leuen verbringen.

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