Hände weg von diesen Souvenirs
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Hände weg von diesen Souvenirs

Ein neuer Reise-Ratgeber hilft Touristinnen und Touristen bei der Wahl von Souvenirs. Kommen sie nämlich mit Produkten von bedrohten Arten heim, sind sie die Mitbringsel rasch und teuer wieder los.

Edle Lederwaren, herrliche Schnitzereien, bunte Vogelfedern: Im vergangenen Jahr wurden an der Schweizer Grenze Dutzende von Souvenirs beschlagnahmt, wie Vertreter des Bundesamts für Veterinärwesen (BVET) und des WWF am Dienstag an einer Medienkonferenz am Flughafen Zürich ausführten.

Am häufigsten zogen die Zöllner Uhrenbänder aus Reptilienleder und Vogelfedern ein. Aber auch Kroko-Handtaschen, Elfenbein- Schnitzereien und Kaviar mussten die Einreisenden abgeben. Und bei den Kontrollen kamen gar Elefantenstosszähne, ein Leoparden- und ein Braunbärfell zum Vorschein.

Das Angebot auf den Märkten in aller Welt ist riesig. Viele der Waren stammen allerdings von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten, die durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES geschützt sind. Laut Doris Calegari vom WWF sind es mehr als 33 000 Arten, mit denen der internationale Handel entweder verboten oder streng kontrolliert ist.

Wer soll sich da noch auskennen? Mathias Lörtscher, Leiter Artenschutz beim BVET, ist sich bewusst, dass Touristinnen und Touristen das nicht können. Aus diesem Grund haben BVET und WWF nun den Reise-Ratgeber «Augen auf bei Souvenirs!» zusammengestellt, der sich leicht im Portemonnaie mitführen lässt. Das einfache Ampelsystem gibt beim Marktbummel rasch und unkompliziert Auskunft.

Ist ein Produkt rot gekennzeichnet, bedeutet dies klar: Finger weg. Wird diese Ware bei der Einreise in die Schweiz entdeckt, so wird sie gleich eingezogen. Bei orange markierten Produkten ist für die Einfuhr eine offizielle Bewilligung nötig. Ohne diese muss dieses Souvenir abgegeben werden. Bedenkenlos zugreifen darf man dagegen bei den grün markierten Produkten.

Drei Schutz-Kategorien

Das Artenschutzübereinkommen CITES wurde 1973 geschlossen. Die Schweiz gehörte zu den Erstunterzeichnern des Vertrags. Heute sind 169 Länder angeschlossen. Die nächste CITES-Konferenz findet Anfang Juni in Den Haag (NL) und damit erstmals in Europa statt.

Das Abkommen unterscheidet drei Kategorien: Arten (und Produkte aus ihnen), mit denen der internationale Handel grundsätzlich verboten ist, wie Tiger, Elefanten, Meeresschildkröten. Arten, mit denen der Handel unter strengen Kontrollen erlaubt ist (zum Beispiel Braunbär, Flusspferd, Krokodile), und Arten, die in mindestens einem Land geschützt sind, wie das Stachelschwein in Ghana.

(sda)

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