Erneute Schwulen-Hetze in Uganda: «Hängt sie auf!» zum Zweiten
Aktualisiert

Erneute Schwulen-Hetze in Uganda«Hängt sie auf!» zum Zweiten

Eine ugandische Zeitung setzt noch einen drauf: Sie hat wiederum Fotos, Namen und Adressen schwuler Männer veröffentlicht. Bei den Betroffenen geht die Angst um.

Die ugandische Zeitung «Rolling Stone» hat erneut eine Liste mit den «Top 100» Schwulen des Landes herausgegeben.

Die ugandische Zeitung «Rolling Stone» hat erneut eine Liste mit den «Top 100» Schwulen des Landes herausgegeben.

Erst im vergangenen Monat hatte das Blatt «Rolling Stone» eine Ausgabe mit den «Top 100» Schwulen Ugandas herausgebracht, wie es hiess.

Dazu erschien die Aufforderung «Hängt sie auf». Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten gab es nach Erscheinen der Ausgabe im vergangenen Monat mindestens vier Angriffe wegen des Berichts.

Die Organisation «Sexual Minorities Uganda» beantragte beim Obersten Gericht eine Verfügung gegen weitere derartige Veröffentlichungen. «Wir leben jetzt in Angst», sagt der Koordinator der Gruppe, Julian Onzeima: «Der 'Rolling Stone' hat es geschafft, dass sich die Leute gegen uns wenden.»

«Hilfe» für Schwule

Redaktionsleiter Giles Muhame sagte, er wolle mit der Veröffentlichung von Fotos schwuler Männer fortfahren, um ihnen «zu helfen, ein verantwortungsbewusstes Leben zu führen». Schwule und Lesben in Uganda berichten, dass sie bereits seit einem Jahr Angriffen und Schikanen ausgesetzt seien.

Im Oktober 2009 hatte ein Abgeordneter im ugandischen Parlament einen Gesetzentwurf eingebracht, der für homosexuelle Handlungen lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe vorsah. Die Initiative löste international einen Sturm der Entrüstung aus und wurde auf einen Wink von Präsident Yoweri Museweni hin auf Eis gelegt.

(sda)

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