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«Wetten, dass..?»-Aus«Hätte das Ding selbst an die Wand fahren können»

Das ZDF hat überraschend das Ende der Kult-Show «Wetten, dass.. ?» bekannt gegeben. Thomas Gottschalk, der 151 Ausgaben der Sendung moderierte, zeigt sich verblüfft.

von
bee
Für Moderator Thomas Gottschalk, hier am Semper-Opernball in Dresden im Februar dieses Jahres, war das Aus von «Wetten, dass.. ?» eine wahre Hiobsbotschaft.

Für Moderator Thomas Gottschalk, hier am Semper-Opernball in Dresden im Februar dieses Jahres, war das Aus von «Wetten, dass.. ?» eine wahre Hiobsbotschaft.

Moderator Thomas Gottschalk hat überrascht auf die Nachricht vom Ende der Unterhaltungsshow «Wetten, dass..?» reagiert. «Dann hätte ich das Ding auch gleich selbst an die Wand fahren können», sagte der Entertainer am Samstagabend in einem Telefongespräch mit Spiegel online.

Gottschalk war gerade mit seinem Bruder Christoph in Berlin beim Abendessen, als er durch einen Anruf von der Einstellung der Show erfahren hatte. Weiter wollte er sich nach Angaben des Nachrichtenportals nicht dazu äussern. Gottschalk moderierte zwischen 1987 und 2011 insgesamt 151 Ausgaben.

«Das geht an die Nieren»

Show-Schöpfer Frank Elstner reagierte über den Kurznachrichtendienst Twitter auf das Ende von «Wetten, dass..?»: «Das geht an die Nieren. Alles andere wäre gelogen!», war auf seinem Account zu lesen. «Dem Nachwuchs gehört die Zukunft im Netz! Ich bin dabei. Freue mich!», schrieb Elstner weiter.

«Die Zeit ist kalt geworden»

Moderator Markus Lanz bedauerte, dass «Wetten, dass..?» mit der Entwicklung der TV-Landschaft nicht mehr habe Schritt halten könnten. Die Show sei etwas, «was das deutsche Fernsehen eigentlich dringend braucht».

«Aber offenbar passt es im Moment wahrscheinlich nicht mehr so richtig in die Zeit. Die Zeit ist doch ein bisschen kalt geworden, vielleicht kann mans so sagen», teilte der Moderator der vom ZDF beauftragten Agentur All4radio mit. Lanz bezeichnete die Show als «feine Familienunterhaltung» ohne «Zynismus» und «Sarkasmus».

Wendepunkt in der deutschsprachigen Fernsehgeschichte

Mit dem Ende der Kult-Show stirbt ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Fernsehkultur. Das Schweizer Fernsehen hatte die Show bereits im Mai 2012 aus dem Programm gekippt. Wegen fehlender Swissness kündigte SRF die Koproduktion mit ZDF und ORF. Seit Beginn der Sendung 1981 hatte «Wetten, dass..?» nur gerade zwölf Mal in der Schweiz halt gemacht.

Nun erlischt das letzte Lagerfeuer elektronischer Unterhaltungskunst endgültig. Zumindest handelt es sich bei «Wetten, dass..?» um das letzte Lagerfeuer nach altem Strickmuster. Lanz hat viel Spott und Hohn für einige linkische Aktionen im Verlauf seiner 13 Ausgaben seit Oktober 2012 einstecken müssen, doch nicht allein sein Auftreten ist verantwortlich für den Niedergang deutscher TV-Unterhaltung. Auch andere Sender müssen mittlerweile erkennen, dass ihre Shows nur noch selten über die 6-Millionen-Zuschauer-Marke springen – und wenn, besteht die Zuschauerschaft vorwiegend aus der reiferen Generation.

Antiquierte Form

Die Unterhaltung aus der Röhre lässt das junge Publikum kalt. Es lechzt zwar auch nach Entertainment, doch das klassische Fernsehen kann diese Wünsche mit seinen antiquierten und verstaubten Formen im Stil von «Wetten, dass..?» nicht erfüllen.

Symbolisch war eines der letzten Bilder von Lanz am Samstagabend: Auf einem Trampolin sprang er wie ein aufgeregtes HB-Männchen auf seinen Moderationskärtchen herum. Papiermüll für die Geschichte.

(Video: YouTube/wettendass) (bee/sda)

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