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Schöpfer der Horror-Puppe«Hätte nicht gedacht, dass ich sie wiedersehe»

Eine gruselige Schaufensterpuppe verstörte Anwohner in Windisch. Kreiert hat sie Hobbybastler André Lehner – vor über zwei Jahren. Dann wurde sie gestohlen.

von
vro
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Diese Puppe stand seit Dienstagabend, 23. August 2016, bis Mittwoch an der Pestalozzistrasse in Windisch.

Diese Puppe stand seit Dienstagabend, 23. August 2016, bis Mittwoch an der Pestalozzistrasse in Windisch.

Leser-Reporter
Kreiert wurde sie vor rund zwei Jahren im Atelier von Hobbybastler André Lehner aus Aarau. Wegen eines Missverständnisses wurde sie aber entwendet.

Kreiert wurde sie vor rund zwei Jahren im Atelier von Hobbybastler André Lehner aus Aarau. Wegen eines Missverständnisses wurde sie aber entwendet.

Leser-Reporter/André Lehner
Weshalb sie jetzt nach so langer Zeit an einer Laterne in Windisch auftauchte, kann sich Lehner nicht erklären.

Weshalb sie jetzt nach so langer Zeit an einer Laterne in Windisch auftauchte, kann sich Lehner nicht erklären.

Leser-Reporter

In Windisch AG tauchte diese Woche an der Pestalozzistrasse eine gruselige Horrorpuppe auf. Sie war an eine Strassenlaterne gelehnt und jagte Anwohnern einen Schreck ein. Niemand wusste, woher die Schaufensterpuppe kam und was sie da verloren hatte.

Licht ins Dunkel bringt nun der Schöpfer der Gruseldeko. André Lehner (32) ist Koch und Hobbybastler und hat die Puppe vor zwei Jahren selbst kreiert, erzählt er 20 Minuten. «Ich mache Dekorationen für Partys aller Art. Die Puppe war eine Auftragsarbeit.» Kurz vor dem Anlass, an dem die Horrorpuppe ihren Auftritt gehabt hätte, sollte ein Freund mehrere Dekostücke zu Lehners damaligem Atelier beim Kulturhaus Kiff in Aarau bringen. «Da gab es ein Missverständnis. Ich dachte, er stelle sie hinein, stattdessen liess er sie vor dem Atelier stehen. Er dachte, ich würde sie dann hineinbringen.»

«Ich packe meine Puppen in den Keller»

Als Lehner das nächste Mal bei seiner Werkstatt vorbeischaute, war seine Kreation verschwunden. «Die sechs bis sieben anderen Puppen standen noch da. Jemand hatte wohl gedacht, dass man sie mitnehmen könne.» Rund eine Arbeitswoche habe er in die Horrorpuppe investiert. Dass sie kurz vor dem Anlass verschwand, war deshalb umso ärgerlicher für Lehner.

Jetzt, nach über zwei Jahren, hatte er sein Werk eigentlich längst abgeschrieben. Umso überraschter war er, als er das Bild der Puppe in Windisch in den Medien sah. «Ich hätte nicht gedacht, dass ich sie wiedersehen würde», sagt der Hobbybastler. Dass sie den Anwohnern einen Schreck einjagte, kann er gut verstehen. «Ich schaue immer, dass ich solche Werke nicht öffentlich ausstelle. Wenn Kinder in der Nähe sind, packe ich die Puppen in den Keller.» Der 32-Jährige findet es deshalb auch alles andere als gut, dass eine seiner Kreationen einfach so in der Öffentlichkeit stand.

Schöpfer sucht seine Schöpfung

Ein Rätsel kann aber auch Lehner nicht lösen: «Wer die Puppe mitgenommen hat und wie sie von Aarau auf die Pestalozzistrasse in Windisch kam, weiss ich nicht.» Mittlerweile wurde die Gruseldeko entfernt. Lehner will jetzt einen letzten Versuch starten: «Ich werde sicher nachfragen, ob sie noch irgendwo ist.» Dann folgt vielleicht doch noch ein Wiedersehen.

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