Küken versus Schlange: Hätten sie ihre Brüste zeigen sollen?

Aktualisiert

Küken versus SchlangeHätten sie ihre Brüste zeigen sollen?

Ein Unbekannter soll von seinen Gesprächspartnerinnen auf Chatroulette.com gefordert haben, sich zu entblössen. Sonst müsste ein Tier sterben.

«Brüste - oder ich bewege es näher heran», soll ein Unbekannter auf chatroulette.com zwei Mädchen geschrieben haben. Dabei ging es um ein Küken, das er einer Schlange zum Frass vorwerfen würde, wenn sich die Chatpartnerinnen nicht entblössen würden. Wie das Ganze ausging, soll im obigen Video zu sehen sein, das von YouTube bereits entfernt wurde. Ob das im Clip Gezeigte echt ist, lässt sich bislang nicht sagen. Unter anderem auf gizmodo.com bezweifeln Leserkommentare die Authentizität des Kükenmordes. Dass sich auf Chatroulette zahlreiche dubiose Gestalten herumtreiben, gilt als ausgemacht. Unlängst hatte sich auch der New Yorker Filmer Casey Neistat auf Erkundungstour begeben. Sein Fazit: 71 Prozent Männer, 15 Prozent Frauen und 14 Prozent Perverse. Neistats Stichprobe umfasst allerdings nur 90 Chatter, so dass die Ergebnisse allenfalls als Trendwerte zu betrachten sind.

Wie 20 Minuten Online berichtete, werden Besucher von chatroulette.com nach dem Zufallsprinzip mit anderen Nutzern verbunden. Zu welchen skurrilen Ergebnissen das führt, ist in der obigen Bilderstrecke zu sehen. Allerdings geben die User mehr von sich preis, als sie dachten. Denn das Mashup ChatRouletteMap kombiniert Screenshots mit Karten und nutzt dazu die IP-Adressen der Nutzer, welche auf chatroulette.com ersichtlich sind. So sollen schon über 2000 User einem Ort zugeordnet worden sein. Dieser muss allerdings nicht ihr Wohnort sein. Denn die IP-Adresse liefert Informationen über den Standort des Rechners.

Chatroulette wurde Mitte November ins Netz gestellt. Entwickelt wurde die Website vom 17-jährigen Russen Andrej Ternowski – aus Langeweile. Der «New York Times» hatte er kürzlich gesagt: «ChatrouletteMap nimmt den Nutzern einen Teil ihrer Anonymität. Ich arbeitete bereits an etwas, das dies verhindern soll.» Im Gespräch mit der Zeitung erzählte Ternoswski ausserdem, dass ihm eine Million US-Dollar für seine Seite geboten worden sei. Sie habe im Februar bereits 30 Millionen Unique User verzeichnet.

Update 6. April: Einen möglichen Hinweis, dass das Ganze nicht echt gewesen sein könnte, lieferte Leser Matthias E., der sich bei 20 Minuten Online gemeldet hat: «Nachdem ich Chatroulette eine Weile genutzt hatte, traf ich zufällig auf den User, welcher seine Schlange und das Küken vor die Webcam stellt. Er forderte mich auf, meine Verkleidung auszuziehen, da das Küken sonst sterben müsse. Auffällig dabei war jedoch, dass es genau derselbe Clip wie auf der Seite von 20 Minuten Online war. Als ich dem Unbekannten daraufhin schrieb, das sei eh nur ein Fake, verlies der den Chat mit folgender Antwort: True : ]»

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