Schweiz wird mediterran: Häufige Hitzetage haben Folgen für die Wirtschaft
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Schweiz wird mediterranHäufige Hitzetage haben Folgen für die Wirtschaft

So heiss war es im Mai manchenorts noch nie. Die Arbeitsausfälle wegen grosser Hitze kosten bereits mehr als wegen der saisonalen Grippe.

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Arbeitsproduktivität nimmt an Hitzetagen ab: Baustelle in Dietikon ZH. (Archivbild)

Arbeitsproduktivität nimmt an Hitzetagen ab: Baustelle in Dietikon ZH. (Archivbild)

20min/News-Scout
Am Wochenende gibts nur in der Badi Abkühlung.

Am Wochenende gibts nur in der Badi Abkühlung.

20min/Michael Scherrer
Ausflüge an den See werden wohl in den nächsten Tagen eine beliebte Freizeitbeschäftigung sein.

Ausflüge an den See werden wohl in den nächsten Tagen eine beliebte Freizeitbeschäftigung sein.

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Darum gehts

Diese Woche verzeichnete die Schweiz an mehreren Orten neue Mai-Temperaturrekorde. «Diese Temperaturen sind bei weitem nicht normal», sagt Thomas Bucheli, Chef von SRF Meteo. Was für die Badi oder den Grillabend ideal ist, lähmt die Wirtschaft: Bei Schwerarbeit im Freien sinkt die Leistung bei solchen Temperaturen rasch ab, wie die «SonntagsZeitung» schreibt.

Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von ETH, vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie und weiteren Institutionen hat in einer neuen Studie die Auswirkungen von Hitzetagen auf die Arbeitsproduktivität untersucht.

Neue Hitzerekorde sind 2022 zu erwarten

Wegen der Hitze geht in der Schweiz bereits heute Arbeit im Wert von über 400 Millionen Franken pro Jahr verloren, schätzen die Forschenden. Das ist etwa doppelt so viel, wie in einem durchschnittlichen Jahr wegen der saisonalen Grippe verlorengeht. Als Folge des Klimawandels werden Hitzetage häufiger. Die Produktivitätsverluste werden im günstigsten Klimaszenario bis 2050 um 17 Prozent zunehmen, im ungünstigsten bis 58 Prozent, so die Prognose.

Gemäss Thomas Bucheli kann es in der Schweiz problemlos zu Temperaturen kommen, die zwei bis fünf Grad höher sind als bis anhin, «es kann bis zu 40 Grad heiss werden». Er schätzt die Wahrscheinlichkeit als «sehr hoch» ein, dass wir dieses Jahr einen wärmeren Sommer erleben werden als normal. Neue Hitzerekorde seien «sehr wahrscheinlich».

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(chk)

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