Hauptsache produktiv: Häufiger besamen dank SMS-Alarm
Aktualisiert

Hauptsache produktivHäufiger besamen dank SMS-Alarm

Heutzutage werden Kühe künstlich besamt. Doch das ist nicht einfach, denn das Timing muss stimmen. Ein neues System soll helfen, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen – per SMS.

von
Samuel Buchmann
Der Eisprung der Kuh löst ein SMS aus.

Der Eisprung der Kuh löst ein SMS aus.

Die künstliche Besamung einer Kuh ist ein schwieriges Unterfangen. Sie ist nur während der Brunstzeit des Tieres möglich – und die dauert bei einem Zyklus von 21 Tagen genau einen Tag. Dass eine Kuh «stierig» ist, lässt sich an ihrem Verhalten ablesen. «Brünstige Kühe sind viel unruhiger und stampfen rum. Aber wenn andere Kühe sie besteigen, halten sie still. Das ist ein sicheres Zeichen», sagt Samuel Kohler, Dozent für Tiergesundheit an der Schweizer Hochschule für Landwirtschaft in Zol­likofen. Aber diese Anzeichen halten oft nur wenige Stunden an, manchmal fehlen sie ganz. Deshalb wird heute rund die Hälfte aller Brunstzeiten nicht erkannt. Das hat Folgen für den Bauern. Denn je länger eine Kuh nicht trächtig ist, desto weniger Milch gibt sie.

Kohler und drei Dozenten vom Departement Technik und Informatik der Berner Fachhochschule haben nun eine Lösung für dieses Problem entwickelt.

Ihr System «Anemon» erkennt selbständig, wann eine Kuh zur Besamung bereit ist. Es besteht aus zwei Sensoren: Einer misst die Temperatur in der Scheide der Kuh, wo er für maximal zwei Zyklen platziert wird – oder bis die Kuh trächtig ist. Der zweiter Sensor erfasst die Bewegungen der Kuh, er befindet sich in ihrem Halsband. Dort erfolgt auch die Auswertung sämtlicher Daten. Sobald das System merkt, dass das Tier brünstig ist, schickt es ein SMS an den Bauern. So kann er rechtzeitig reagieren und die Besamung seiner Kuh veranlassen.

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