Auch in der Schweiz: Häuser wegen Eurofighter-Affäre durchsucht
Aktualisiert

Auch in der SchweizHäuser wegen Eurofighter-Affäre durchsucht

In der Schweiz gab es mehrere Hausdurchsuchungen an Standorten EADS - der Hersteller-Konzern des Eurofighter-Kampfjets. Vermutlich stehen sie im Zusammenhang mit illegalen Zahlungen.

Auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Wien hat die Bundeskriminalpolizei am Dienstag verschiedene Hausdurchsuchungen in der Schweiz durchgeführt. In Deutschland und Österreich fanden ebenfalls Razzien an Standorten des Rüstungskonzerns EADS statt.

Hintergrund sind vermutete Kickback-Zahlungen rund um den Eurofighter-Kauf der Republik Österreich. Die Bundesanwaltschaft bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA die Hausdurchsuchungen in der Schweiz, konnte aber keine näheren Angaben zum laufenden Verfahren machen. Die Informationshoheit liege jeweils bei den zuständigen ausländischen Strafverfolgungsbehörden, teilte die Bundesanwaltschaft weiter mit.

Schweizer Beteiligung noch unklar

Inwiefern die Schweiz involviert ist, blieb am Dienstag unklar. Der Flugzeug- und Rüstungskonzern EADS unterhält Niederlassungen des Geschäftsbereiches Cassidian und ein Eurofighter-Büro in der Schweiz, wie der Konzern auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA bestätigte. Keine Stellungnahme wollte EADS zu den laufenden Ermittlungen geben.

In Österreich erfolgten in Linz und in Tirol Razzien, in Deutschland wurden von rund 50 Beamten drei EADS-Standorte im Grossraum München durchsucht, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Dienstag meldete. Dort ermittelt die Staatsanwaltschaft den Angaben zufolge gegen 14 Beschuldigte.

Im Zentrum der Hausdurchsuchungen in Österreich stehen zwei Lobbyisten, die verdeckt an der Gegengeschäfte-Agentur EBD beteiligt gewesen sein sollen. In Tirol wurde eine Hausdurchsuchung bei einem deutschen Staatsbürger durchgeführt. Er soll ab 2004 Firmengeflechte mit aufgebaut haben, die über Kickback-Zahlungen gelaufen sein könnten.

(sda)

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