Aktualisiert 06.06.2005 21:47

Häuslebauer heizen Baukonjunktur an

Begünstigt durch historisch niedrige Hypothekarzinsen haben private Häuslebauer 2004 in der Schweiz für einen kräftigen Anstieg der Bauausgaben gesorgt.

2005 ist mit einer weiteren signifikanten Zunahme der Ausgaben zu rechnen. Die Bauausgaben (Bauinvestitionen plus öffentliche Unterhaltsarbeiten) in der Schweiz erhöhten sich im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent auf 47,1 Mrd. Franken, wie das Bundesamt für Statistik am Montag bekannt gab. Unter Berücksichtigung einer auf 1,6 Prozent geschätzten Bauteuerung betrug der reale Anstieg 3,9 Prozent.

Hochbau floriert

Es wurde dabei vor allem eine deutliche Expansion im Hochbau festgestellt. Die Investitionen in den Hochbau stiegen um 6,8 Prozent auf 34,6 Mrd. Franken (ohne öffentliche Unterhaltsarbeiten). Im Tiefbau nahmen die Investitionen lediglich um 1,4 Prozent auf 8,9 Mrd. Fr. zu (ohne öffentliche Unterhaltsarbeiten).

Getragen wurde der Anstieg im Hochbau hauptsächlich von den privaten Auftraggebern, die 29,6 Mrd. Fr. zum Resultat beisteuerten (+7,5 %). Zwei Drittel dieser Privatinvestitionen wurden, aufgrund der niedrigen Hypothekarzinsen, für die Erstellung von Wohngebäuden verwendet. Die öffentlichen Auftraggeber erhöhten ihre Hochbauinvestitionen um 2,9 Prozent auf 5 Mrd. Franken.

Während die Gemeinden die Investitionen (+12,9 % auf 2,5 Mrd. Fr.) ausdehnten und damit rund die Hälfte des Investitionsvolumens der öffentlichen Auftraggeber realisierten, kürzten die Kantone die Hochbauinvestitionen um beinahe 10 Prozent.

Leichter Anstieg im Tiefbau

Die Investitionen in den Tiefbau erhöhten sich 2004 lediglich um 1,4 Prozent. Auch hier waren vor allem die privaten Auftraggebern für den Anstieg verantwortlich. Sie investierten, verglichen mit dem Vorjahr, deutlich mehr in Verkehrs- und Kommunikationsprojekte. Die öffentlichen Auftraggeber reduzierten hingegen ihre Tiefbauinvestitionen marginal (-0,1 %). Dieser Rückgang war dabei ausschliesslich auf Investitionskürzungen des Bundes zurückzuführen (-1,4 %).

Die Investitionen in Neu- und Umbauten nahmen gegenüber 2003 um 5,7 Prozent auf insgesamt 43,4 Mrd. Fr. zu. Zwei Drittel davon waren Neubauinvestitionen (29 Mrd. Fr.; +7,6 %) und mit dem restlichen Drittel wurden Umbauprojekte realisiert (14,4 Mrd. Fr.; +2,1 %).

Positive Aussichten

Das Bundesamt für Statistik geht für 2005 von einer weiteren signifikanten Erhöhung der Bauausgaben aus. Auf Grund der provisorischen Daten für 2005 sei im Hochbau mit einem dynamischen Investitionszuwachs zu rechnen. Auch im Tiefbau soll sich die positive Entwicklung fortsetzen. Der Aufschwung bei den Neu- und Umbauprojekten dürfte ebenfalls anhalten.

(sda)

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