Aktualisiert 15.01.2014 07:48

Hypotheken-Barometer

Häuslein bauen wird wieder teurer

Wer in der Schweiz ein Haus bauen will, muss wieder tiefer in die Taschen greifen: Die Zinsen für Festhypotheken sind 2013 kräftig gestiegen. Schuldner erhöhen darum ihr Risiko.

von
hoy
Häuser bauen wird in der Schweiz wieder teurer: Schuldner setzen darum vermehrt auf kürzere Laufzeiten bei Hypotheken.

Häuser bauen wird in der Schweiz wieder teurer: Schuldner setzen darum vermehrt auf kürzere Laufzeiten bei Hypotheken.

Die Zeiten von rekordtiefen Zinsen für den Erwerb von Wohneigentum sind offenbar vorbei. Die Festhypotheken sind deutlich teurer geworden. Die Zinsen für zehnjährige Festhypotheken verteuerten sich um bis zu 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies zeigt das Hypotheken-Barometer des Internetvergleichsdienstes Comparis.

Zum Zinsanstieg geführt haben laut Comparis-Bankenexperte Stefan Rüesch vor allem geldpolitische Entscheidungen: «Erstens reichten die Banken die durch die regulatorischen Vorgaben gestiegenen Kapitalkosten an die Kunden weiter, zweitens weiteten sie ihre Margen aus und drittens schraubten die im Sommer noch vagen Einschätzungen der zukünftigen internationalen Geldpolitik die Zinserwartungen gerade für längere Hypotheken in die Höhe.» In näherer Zukunft erwartet Rüesch eine Stabilisierung der Zinsen auf höherem Niveau.

Risikofreudigkeit nimmt zu

Viele Schuldner setzen sich darum einen kürzeren Finanzierungshorizont: Gefragt sind vor allem mittelfristige Laufzeiten. Fast jede dritte nachgefragte Hypothek hat eine mittelfristige Laufzeit. So können Hypothekarschuldner ihr Eigenheim noch mit einem Zins finanzieren, der unter der psychologischen Schmerzgrenze von zwei Prozent liegt. Zugenommen hat auch der Anteil an Schuldnern, die komplett auf Kurzfristigkeit setzen. Diese profitieren so von den noch tiefen Libor-Zinsen.

Dieses Modell ist jedoch mit grossem Risiko verbunden. Allgemein wird erwartet, dass in den nächsten Jahren auch die Libor-Zinsen ansteigen werden. Das könnte teuer werden, warnt Bankenexperte Rüesch: «Wer heute denkt, er könne bei einem starken Anstieg der Libor-Zinsen einfach auf eine günstige Festhypothek umsteigen, könnte sich täuschen. Wenn nämlich der Libor-Zins in die Höhe klettert, werden zu dem Zeitpunkt auch die Festhypotheken markant teurer sein.»

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