Aktualisiert 22.03.2011 14:49

Deutscher FritzlHaft und Verwahrung für Detlef S.

Schuldig: Wegen Hunderter Fälle sexuellen Missbrauchs und Misshandlung seiner Kinder und Stiefkinder muss der Inzest-Vater Detlef S. für 14 Jahre und sechs Monate in Haft.

Das Koblenzer Landgericht ordnete am Dienstag zudem die anschliessende Sicherungsverwahrung des 48-jährigen Mannes an. Der Richter folgte damit den Forderungen der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage. Bei der Urteilsverkündung gab es Applaus im Gerichtssaal

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Detlef S. seine leibliche Tochter, eine Stieftochter und einen Stiefsohn über Jahrzehnte misshandelt und sexuell missbraucht hat. Zudem hatte er die Mädchen zur Prostitution gezwungen. Der nun Verurteilte hatte am Montag vor Gericht seine Taten unter Tränen gestanden.

Für die Allgemeinheit gefährlich

In der Urteilsbegründung bezeichnete der Vorsitzende Richter den Angeklagten als «grenzenlosen Egoisten», der die Familienmitglieder als «seinen persönlichen Besitz» angesehen habe. Die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung nach Haftende seien gegeben, weil der Angeklagte «einen Hang zu Straftaten» habe. In Freiheit würde er nach Ansicht des Gerichts sofort wieder versuchen, seine Dominanz auszuspielen und sich ein Machtgefüge aufzubauen, wie er es in seiner Familie hatte. Insofern sei der 48-Jährige für die Allgemeinheit gefährlich.

Mit diesem Urteil folgte das Gericht dem Antrag von Staatsanwaltschaft und Nebenklage, welche in dem Prozess die Interessen der leiblichen Tochter, der Stieftochter sowie eines Stiefsohns vertrat. Die Verteidigung hatte dagegen auf neuneinhalb Jahre Haft plädiert und sich gegen Sicherheitsverwahrung ausgesprochen. Detlef S. habe seine Straftaten ausschliesslich innerhalb seiner Familie begangen und stelle deshalb für die Allgemeinheit keine Gefahr dar, hatte sein Anwalt Thomas Düber argumentiert.

(dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.