Haftbefehl gegen Isabel Peron
Aktualisiert

Haftbefehl gegen Isabel Peron

Die argentinische Justiz hat Haftbefehl gegen die frühere Präsidentin Isabel Peron erlassen. Damit werden die Ermittlungen wegen Menschenrechtsverletzungen erstmals bis zur unmittelbaren Vorgeschichte der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 ausgeweitet.

Der internationale Haftbefehl für Isabel Peron stehe im Zusammenhang mit dem Verschwinden des linksgerichteten Dissidenten Hector Aldo Fagetti Gallego im Februar 1976, sagte Bundesrichter Raul Acosta am Donnerstag in Buenos Aires. Ausserdem gebe es Fragen zu drei Dekreten, die Isabel Peron während ihrer kurzen Amtszeit von Juli 1974 bis März 1976 unterzeichnet hat. Darin ordnete sie Aktionen der Streitkräfte zum Kampf gegen «subversive Elemente» an.

Isabel Peron soll Verbindungen zur rechtsgerichteten Todesschwadron «Triple A» gehabt haben - die Abkürzung steht für «Alianza Anticomunista Argentina». Zwei mutmassliche Führer dieser Organisation wurden kürzlich in Argentinien und Spanien verhaftet. Die 75-Jährige lebt bereits seit 1981 im Exil in Spanien. Ihr Anwalt Atilio Neira sagte, er wolle vor einer Stellungnahme zunächst die offizielle Ausfertigung des Haftbefehls abwarten.

Maria Estela Martinez de Peron, genannt Isabel, wurde 1973 an der Seite ihres Mannes zur Vizepräsidentin gewählt. Nach dem Tod Perons wurde sie im Juli 1974 seine Nachfolgerin. Ihre kurze Regierungszeit war geprägt von einer Eskalation der politischen Gewalt, die die «schmutzigen Krieg» während der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 vorwegnahm. Der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel sagte der Nachrichtenagentur AP, die «Triple A» sei wahrscheinlich in die damaligen staatlichen Strukturen integriert gewesen und markiere somit den Beginn des staatlich unterstützten Terrors. (dapd)

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