G-8-Gipfel in Genua: Haftstrafen für 28 Polizisten beantragt
Aktualisiert

G-8-Gipfel in GenuaHaftstrafen für 28 Polizisten beantragt

Die Staatsanwaltschaft von Genua hat im Rahmen eines Prozesses wegen brutalen Vorgehens gegen Demonstranten beim G-8-Gipfel im Juli 2001 Haftstrafen für 28 Polizisten und einen Freispruch beantragt.

Die schwerste Haftstrafe wurde für den damaligen Vize- Polizeichef Pietro Troiani gefordert, für den fünf Jahre Haft verlangt wurden. Bei dem Prozess geht es um Schikanen bei der Durchsuchung der Hauptquartiere der No-Global-Bewegung in den Genueser Schulen Diaz und Pascoli.

Vor drei Tagen hatte ein Gericht in Genua 15 Beamte zu Haftstrafen zwischen fünf Monaten und fünf Jahren verurteilt und 30 weitere Angeklagte unter dem Protest der anwesenden Globalisierungsgegner freigesprochen.

Unter den Verurteilten in erster Instanz waren Polizisten, Strafvollzugsbeamte und Ärzte. In der Kaserne Bolzaneto, 15 Kilometer von Genua entfernt, waren rund 250 Demonstranten festgehalten worden, darunter auch mehrere Schweizer.

In der Krankenstation wurden laut Anklage Dutzende Globalisierungsgegner verprügelt. Festgenommene Frauen wurden demnach gezwungen, sich vor männlichen Bediensteten auszuziehen.

Bei den Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Genua hatte ein Polizist einen 23-jährigen italienischen Globalisierungsgegner, Carlo Giuliani, erschossen. Mehrere hundert Menschen wurden damals verletzt. (sda)

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