Pentagonchef: Hagel nennt IS-Miliz «extreme Bedrohung»
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PentagonchefHagel nennt IS-Miliz «extreme Bedrohung»

Die IS sei weit mehr als eine Terrorgruppe und so hoch entwickelt wie keine andere, sagt US-Verteidigungsminister Chuck Hagel. Er hält eine Ausweitung des Kampfs gegen die Miliz für notwendig.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel (l.)  und Generalstabschef Martin Dempsey während einer Pressekonferenz im Pentagon am 21. August 2014.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel (l.) und Generalstabschef Martin Dempsey während einer Pressekonferenz im Pentagon am 21. August 2014.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als extreme Bedrohung für die Vereinigten Staaten bezeichnet. «Es ist weit mehr als eine Terrorgruppe», sagte Hagel am Donnerstag im Pentagon vor den Toren Washingtons.

Sie sei «so hoch entwickelt und gut finanziert wie keine andere». Der Minister schloss nicht aus, auch Luftangriffe gegen IS-Stellungen in Syrien in Betracht zu ziehen. «Wir denken über alle Optionen nach», sagte er auf konkrete Nachfrage eines Reporters.

Generalstabschef Martin Dempsey erklärte, die Organisation könne nicht besiegt werden, ohne ihren Arm in Syrien ins Kalkül zu ziehen. Der Kampf müsse auf beiden Seiten der «quasi nicht existierenden Grenze» zwischen dem Irak und Syrien geführt werden.

«Das wird passieren, wenn wir ein Bündnis in der Region haben, das die Aufgabe übernimmt, IS langfristig zu besiegen», sagte Dempsey mit Blick auf die internationale Gemeinschaft. Luftangriffe seien aber nur ein kleiner Teil der dafür notwendigen Werkzeuge. Er wolle aber nicht ankündigen, dass die USA sie ausführen würden, betonte er.

«Langfristige Strategie»

Hagel kündigte eine Fortsetzung der Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak an. «Wir verfolgen eine langfristige Strategie.» Er betonte aber, dass der US-Einsatz klar eingegrenzt sei. Um die Extremisten vollständig zu besiegen, müsse der Irak seine innenpolitischen Probleme in den Griff bekommen, mahnte Hagel.

Die Miliz verlangte nach einem Bericht der «New York Times» 100 Millionen Euro Lösegeld für den später getöteten US-Journalisten James Foley. Das berichtete die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf Vertreter der Familie des Toten sowie auf einen namentlich nicht genannten Mitgefangenen Foleys.

Im Gegensatz zu europäischen Staaten lehnen es die USA kategorisch ab, Lösegelder zur Geiselbefreiung zu zahlen. Foley wurde von den Terroristen enthauptet, zugleich drohen diese mit dem Tod weiterer Amerikaner.

Laut «New York Times» sind Lösegelder aus europäischen Ländern zum Haupteinkommen des Terrornetzwerks Al-Kaida und seiner Ableger geworden. Sie hätten in den vergangenen fünf Jahren mindestens 125 Millionen Dollar an Lösegeldern eingenommen, ergab eine Studie der Zeitung.

Befreiungsversuch gescheitert

Vor einigen Wochen hatte die US-Armee vergeblich versucht, Foley zu befreien. An der nächtlichen Kommandoaktion in Syrien waren laut «New York Times» zwei Dutzend Soldaten der Spezialeinheit Delta Force beteiligt.

Es war die erste von den USA bekanntgegebene Militäraktion in Syrien seit Ausbruch des Bürgerkrieges vor mehr als drei Jahren. Ziel war eine Ölraffinerie im Norden Syriens, wo Foley und andere Geiseln vermutet wurden. Offenbar waren die Gefangenen aber kurz zuvor verlegt worden.

Bei dem Befreiungsversuch kam es laut «New York Times» zu einem kurzen Feuergefecht, ein US-Soldat habe leichte Verletzungen erlitten. Regierungsbeamte gingen davon aus, dass eine nicht genannte Anzahl von Terroristen getötet wurde. (sda)

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