Aktualisiert 08.06.2012 10:19

Unwetter-AlarmHagel, Sturm und Hochwasser

Seit Donnerstagabend schüttet es wie aus Kübeln. In Basel hagelte es, in der Innerschweiz kam es zu Überschwemmungen und in Zürich fegte der Sturm ganze Dächer weg.

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hag

Seit Donnerstagabend schüttet es in weiten Teilen der Schweiz wie aus Kübeln. Von Frankreich kommend zog zuerst ein Hagelsturm über den Jura nach Basel. «Gegen 18 Uhr ging es los», berichtet Leser-Reporterin Antonella M. aus dem Basler Quartier Kleinhünigen zu 20 Minuten Online. «Zuerst mit Blitz und Donner. Dann fielen tennisballgrosse Hagelkörner vom Himmel. Blätter und ganze Äste hat es abgeschlagen», so die Leser-Reporterin weiter. «Teilweise wurden sogar Autos vom Hagel beschädigt.» Das Ganze habe kaum länger als eine Minute gedauert.

Sturm über Zürich

Die Front erreichte am Abend auch die Region Zürich. Gegen 19.30 Uhr riss eine heftiger Sturm bei einer Baustelle beim Triemlispital in Zürich ein provisorisches Dach um. Dieses krachte auf einen Parkplatz und demolierte sechs Autos. «Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand», teilt Brigitte Vogt von der Stadtpolizei Zürich auf Anfrage von 20 Minuten Online mit.

Im ganzen Stadtgebiet habe es weitere leichte Sturmschäden, wie abgerissene Äste und entwurzelte Bäume, gegeben. Aber auch dabei sei niemand verletzt worden, so Vogt.

Überschwemmungen in der Zentralschweiz

In den Kantonen Zug und Luzern ist es am Donnerstagabend nach heftigen Regenfällen zu Überschwemmungen gekommen. Dutzende Keller wurden überschwemmt. Teils standen auch Garagen und Wohnzimmer unter Wasser.

Nach Behördenangaben waren besonders die Region zwischen Rotkreuz und Risch im Kanton Zug sowie das Gebiet östlich der Stadt Luzern betroffen.

In Zug musste die Feuerwehr neben Kellern auch wegen überschwemmten Wohnzimmern und Garagen ausrücken, wie Andreas Sidler, Sprecher der Zuger Polizei, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Keller in Luzern unter Wasser

Heftige Regenfälle überschwemmten am Donnerstagabend auch Keller östlich der Stadt Luzern. Im Einsatz standen 120 Feuerwehrleute von acht verschiedenen Feuerwehren, wie Andreas Schmid vom Feuerwehrinspektorat der SDA sagte.

Der starke Regen ging zwischen 19.30 und 20 Uhr nieder und betraf am Rand die Stadt Luzern sowie vor allem Emmen, Giskon, Honau und Meierskappel. Allein in Emmen wurden 25 Keller überschwemmt. Im Gebiet Gisikon-Honau wurde eine Strasse verschüttet.

In Meierskappel LU war der Campingplatz betroffen, auf dem Gelände des Country-Festivals trat ein Bach über die Ufer. «Alles stand unter Wasser. Autos und Zelte wurden überflutet», berichtet Leser-Reporter Andreas Dinkel.

Hochwasser auch im Kanton Bern

Im Kanton Bern wurden im Emmental und der Region Thun Keller überschwemmt. Nach Angaben der für die Regionen zuständigen Einsatzzentralen der Polizei mussten im Emmenthal in den Dörfern Linden und Eggiwil sowie in der Region Thun in Steffisburg und Thierachern Keller ausgepumpt werden.

Murgänge und Hangrutschungen möglich

Die Niederschläge und Gewitter werden im Verlauf der Nacht das ganze Land erfassen. Örtlich können sich immer wieder Hagelzellen bilden. In den kommenden Stunden rechnet Klaus Marquardt mit beachtlichen Niederschlagsmengen: Verbreitet fallen 30 bis 50 l/qm, die wirklichen Spitzenwerte werden in den Voralpen und Alpen mit Spitzenwerten zwischen 60 und 80 l/qm erwartet.

Diese Niederschlagsmengen könnten örtlich kritisch werden. Nach dem intensiven Regen vom letzten Sonntag und Montag seien die Böden vorgesättigt und damit steige die Wahrscheinlichkeit von Murgängen und Hangrutschungen, wie Meteonews in einer Mitteilung schreibt. Auch kleinere Überschwemmungen seien möglich.

Überschwemmung in Root LU

Überschwemmung in Emmen LU

Hagelschlag in Basel-Kleinhünigen

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