Hagel: Versicherung rechnet mit Millionenschäden
Aktualisiert

Hagel: Versicherung rechnet mit Millionenschäden

Schäden in der Höhe von 6 Millionen Franken haben die Hagelzüge angerichtet, die am Donnerstag die Schweiz überquerten.

Besonders betroffen sind die Wein-, Gemüse und Tabakkulturen.

Bei der ersten Schandesbilanz handelt es sich um eine vorläufige Schätzung. Die Schadenaufnahme werde erst am Montag beginnen und in einigen Wochen abgeschlossen sein, sagte Urs Braun, Präsident der Schweizerischen Hagelversicherung, am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Laut Braun sind zahlreiche Parzellen vollständig verwüstet. Ein 240 Kilometer langer Hagelzug war am Donnerstag von Westen her über die Schweiz und Süddeutschland gezogen. Dabei wurden Keller überschwemmt, Bäume geknickt und Leitungen heruntergerissen.

Schäden an Trauben und Gemüse

In der Region Murten gab es lokal grössere Schäden an Tabakpflanzungen. «Der Hagel hat uns in einer heiklen Zeit getroffen, weil in einigen Tagen die Ernte beginnen sollte», sagte Francis Egger, Generalsekretär von Swiss Tabac.

Im Seeland haben Gemüsekulturen und Kirschen unter dem Hagelschlag gelitten. Entlang dem Genfersee gingen nach Schätzungen der Fédération vaudoise des vignerons mindestens ein Viertel der Trauben verloren.

Auch die nördlicher gelegenen Weinbaugebiete blieben nicht verschont. Ein betroffener Weinbauer in Weiningen ZH schätzte seine Einbusse an Trauben auf bis zu 50 Prozent. Schäden gab es auch entlang dem See und im Zürcher Weinland, aber in weit geringerem Ausmass, wie die Verantwortlichen auf Anfrage sagten.

Neue Unwetter in der Nacht

Die Süd- und Südostschweiz wurden in der Nacht auf Freitag erneut von heftigen Gewittern heimgesucht. In Samedan GR überschwemmte ein Bach Teile des Flugplatzes. Im Tessin wurden Unterführungen überschwemmt und vereinzelt auch Bäume entwurzelt.

Die Strasse ins Val Morobbia wurde durch einen Erdrutsch verschüttet. Bereits am Freitagvormittag konnte sie aber wieder dem Verkehr übergeben werden, wie es bei der Kantonspolizei auf Anfrage hiess. Es habe keine grösseren Schäden gegeben.

Trotz der heftigen Regenfälle am Donnerstagabend wurden die beiden Musik-Anlässe Estival Jazz in Lugano und Moon&Stars in Locarno nicht beeinträchtigt. Das Publikum auf der Piazza Grande in Locarno hörte Alanis Morissette unter sintflutartigen Regenfällen zu.

Einzig das Konzert von Patti Austin mit dem klassischen Orchester der italienischen Schweiz in Lugano musste aufgrund der Feuchtigkeitsempfindlichkeit der Instrumente ins Trockene verlegt werden. (sda)

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