Aktualisiert 09.07.2014 15:27

Beschädigte Ernte

Hagel zerstört Spitzenweine

Der Hagel am Wochenende hat an einigen Weingütern grosse Schäden verursacht. Besonders betroffen ist eine berühmte Region.

von
Nicolas Saameli

Exklusiver Wein aus der Schweiz wird in diesem Jahr wohl noch ein bisschen exklusiver. Mit dem Lavaux und dem La Côte wurden an diesem Wochenende nämlich erneut zwei der besten Weinbaugebiete des Landes vom Hagel heimgesucht. Dieser ist für die anfälligen Weintrauben eine schwere Bedrohung.

Ganz exakt könne er die Schäden noch nicht abschätzen, aber: «Meine Verluste sind schon gross», sagt Winzer Yves Porta aus Grandvaux. «Einige meiner Reben sind bis zu 100 Prozent beschädigt.» Anders als in der Vergangenheit seien er und die Winzer der Region aber auf Hagelschäden vorbereitet gewesen. «2005 hatten wir hier riesige Verluste wegen Hagelschäden. Viele Bauern haben deshalb eine Versicherung abgeschlossen», sagt Porta. Rund 80 Hektaren seien am Sonntag auf seinem Gut zerstört worden.

700 Meldungen bei der Hagelversicherung

Nicht nur die Weinbauern am Genfersee haben unter dem Hagel am Sonntag gelitten. In den Kantonen Waadt, Freiburg, Bern, Basel-Stadt und Baselland sowie dem Aargau sind laut der schweizerischen Hagelversicherung bis zu 700 Meldungen mit einer Schadensumme von 3 Millionen Franken eingegangen.

Emilia Baldi von Hagel Schweiz sagt: «Der Schaden, der von Hagel verursacht wird, betrifft selten ganze Regionen, sondern ist sehr lokal. Innerhalb der betroffenen Weinregionen variiert die Schadenintensität stark.»

Einfluss auf Weinqualität noch nicht absehbar

Welchen Einfluss der Hagel auf die Qualität des Weines habe, könne laut Oliver Viret von der eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope noch nicht abgeschätzt werden: «Die Trauben bilden sich erst gerade. In die kritische Phase kommen die Reben erst in den kommenden Wochen.»

Im Moment mache er aber die Beobachtung, dass dieser Sommer für die Schweizer Landwirtschaft nicht optimal verlaufe. Viret sagt: «Die schnellen Wechsel zwischen grosser Hitze und Feuchtigkeit, die wir im Moment haben, sind schlecht für die Pflanzen.»

Sollte seine Ernte durch den Sommer noch weiter beschädigt werden, gibt es für Winzer Yves Porta trotzdem noch einen kleinen Aufheller. Als ihm 2005 der Hagel beinahe die gesamte Ernte zerstört hatte, waren ihm einige wenige Trauben geblieben. Porta: «Daraus konnten wir einen besonders guten Wein keltern.»

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