Unwetter: Hagelsturm hinterlässt Spur der Zerstörung
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UnwetterHagelsturm hinterlässt Spur der Zerstörung

Gewitter mit Orkanböen, Hagel und Regen sind über die Schweiz gefegt. Hagelkörner so gross wie Tennisbälle zerstörten Autos, zahlreiche Keller wurden überflutet. In Brunnen SZ riss ein umstürzender Baum einen Teil des Gebäudes weg.

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Ein kräftiger Hagelsturm und sintflutartige Regenfälle haben gestern zu zahlreichen Schäden in der Schweiz geführt. Die Schäden, die der Hagelsturm am frühen Donnerstagabend angerichtet hat, sind beträchtlich. In Brunnen SZ stürzte ein Baum auf ein Haus und riss einen Teil des Gebäudes weg. Passanten erlitten durch die grossen Hagelkörner sogar Platzwunden.

«So ein Gewitter gibt es nur einmal im Jahr»

In Aubonne am Genfersee gingen während mehrerer Minuten Hagelkörner so gross wie Pingpong-Bälle nieder: «Viele Autos wurden beschädigt», meldete Leser-Reporter Olivier Pratani. Im Umland von Etagnières VD wurden zahlreiche Strassen überflutet. «Hagelgewitter über Fribourg! Echt heftig, Fahren ist zum Teil kaum möglich», schreibt ein Leser-Reporter aus Fribourg.

Das Gewitter, das von Frankreich herkommend mit rabenschwarzen Wolken über die Westschweiz und das Mittelland zog, liess den Tag zeitweise zur Nacht werden. Windböen erreichten Geschwindigkeiten von 104,4 km/h in Plaffeien FR oder 97,9 km/h in Luzern. Am stärksten vom Hagel betroffen war das Gebiet im Norden des Gibloux, insbesondere Romont und Umgebung.

Meteonews hatte die höchstmögliche Unwetter-Warnung ausgerufen. «Ein Gewitter dieser Stärke gibt es etwa einmal pro Jahr», sagt Meteorologe Tobias Grimbacher. Zwar sei bereits einmal in diesem Jahr ein kräftiges Gewitter aufgezogen, «aber das ist das bisher heftigste», sagte Grimbacher.

«Alle Bäume wurden entlaubt»

Auch die Deutschschweiz wurde vom Unwetter getroffen: Ralph aus Belp BE berichet: «Plötzlich wurde es dunkel wie die Nacht. Dann fing es an zu schütten wie wild.» Der Hagel verbeulte sein Auto, während mehrerer Minuten konnte er nicht aus dem Haus gehen, so stark war der Hagel.

«Von unserem Garten ist nicht mehr viel übrig - da ist alles zu Mus geschlagen worden» - Christian Hauser aus Oberdiessbach ist geschockt vom Ausmass des Gewitters. «Es ist unglaublich: Ich habe noch nie so ein Gewitter erlebt», schreibt ein Leser aus dem Emmental. Ein Leser-Reporter aus Fribourg schildert die Situation wie folgt: «In unserer Strasse sieht es aus wie im Herbst: Alle Bäume wurden entlaubt - als ob es stundenlang gestürmt hätte.»

Überflutete Keller und Strassen

Die Polizei meldete zerschlagene Fenster an Häusern und Autos, zahlreiche Keller wurden überflutet und machten Feuerwehreinsätze notwendig. In Romont droht ein Kamin umzukippen, Pflanzenkulturen wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Menschen wurden glücklicherweise keine verletzt.

Bäume kamen auch im Kanton Bern zu Fall. Auf der A6 zwischen Bern und Rubigen war es deswegen vorübergehend zum Stau gekommen. Der Polizei wurden ausserdem überflutete Keller und Strassen gemeldet. Rund 20 Meldungen seien eingegangen, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Sie hätten insbesondere das Aare- und das Emmental betroffen.

In Mitleidenschaft gezogen wurde auch der Bahnverkehr in Winterthur und im Kanton Graubünden. Wegen einer Fahrleitungsstörung zwischen Winterthur und Wil mussten die Reisenden mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen.

Hagelgewitter in Tolochenaz (VD)

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Hagel in Horw:

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(am, meg, amc, ast/sda)

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