Affäre Gaddafi: Haider will uns helfen
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Affäre GaddafiHaider will uns helfen

Jörg Haider, der «österreichische Blocher», will in der Affäre um Hannibal Gaddafi zwischen der Schweiz und Libyen vermitteln. Haider pflegt seit Jahren persönliche Kontakte zu Libyens Staatschef Muammar al Gaddafi.

«Ich stehe zur Verfügung», sagte Haider gegenüber der SonntagsZeitung. Allerdings liegt noch keine offizielle Anfrage der Schweiz vor.

Haider, der mit Gadddafis zweiten Sohn befreundet ist, wunderte sich gar nicht über die Reaktion des libyschen Regimes. Gemäss Haider hätte man Hannibal Gaddafi niemals ins Gefängnis stecken dürfen.

Ob es zur Vermittlungsaktion Haiders kommt ist offen. «Ex- Schattenaussenminister» Ernst Mühlemann würde dies gemäss SonntagsZeitung begrüssen.

vor.

Schweiz sucht Hilfe

Die Schweiz sucht bei der Lösung der Krise mit Libyen die Hilfe von befreundeten Ländern. Dies bestätigte Bundespräsident Pascal Couchepin erstmals in einem Interview der «NZZ am Sonntag» und fügte hinzu, er hoffe, dass auch Freunde des libyschen Führers hälfen, eine Lösung zu suchen.

Namen von möglichen Vermittlern in der Krise nannte Couchepin nicht. Bisher war von der Bereitschaft Frankreichs und Italiens die Rede gewesen, die Schweiz zu unterstützen. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten hatte dazu jedoch keinen Kommentar abgegeben.

Für Couchepin zeigt die Krise, wie wichtig es für die Schweiz ist, gute Beziehungen zu welchem Land auch immer zu haben. Er erinnerte an seine Reise nach Marokko und Ägypten Anfang dieses Jahres und an die Kritik, die diese Besuche ausgelöst hatten.

Auf die Frage, ob sich die Schweiz für die vorübergehende Verhaftung von Hannibal Gaddafi entschuldigen werde, sagte der Bundespräsident, die Frage sei, ob die Verhaftung in Genf berechtigt gewesen sei oder nicht.

Wenn nicht, würden die Gerichts das korrigieren. Retorsionsmassnahmen wegen der Verhaftung zweier Schweizer in Libyen wird die Schweiz gemäss Couchepin nicht ergreifen. «Wir müssen rasch eine rationale Lösung finden», sagte der Bundespräsident.

Alles zur Affäre Gaddafi lesen Sie hier in unserem Dossier.

(Quelle: SonntagsZeitung, AP)

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