Haiti: Rebellen auf Vormarsch in die Hauptstadt
Aktualisiert

Haiti: Rebellen auf Vormarsch in die Hauptstadt

Die Rebellentruppen in Haiti haben eine weitere strategisch wichtige Stadt eingenommen. In der Hauptstadt Port-au-Prince spitzte sich die Lage zu: Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen starben dort am Freitag mehrere Menschen.

Reporter der französischen Nachrichtenagentur berichteten von drei Todesopfern, die Einschüsse an den Köpfen aufwiesen. Augenzeugen meldeten weitere Todesopfer in mehreren Stadtteilen. Hunderte Menschen stürmten Lagerhallen in der Nähe des Hafens und plünderten in grossem Stil Waren.

Bewaffnete Anhänger von Präsident Jean Bertrand Aristide fuhren auf Lastwagen durch die Stadt. Sie postierten sich an bereits vorbereiteten Barrikaden.

Rebellen setzen Eroberungen fort

Die Rebellen waren zuvor weiter vorgerückt: Sie eroberten Mirebalais knapp 60 Kilometer nördlich von Port-au-Prince. Am Donnerstag hatten die Rebellen mit Les Cayes erstmals auch eine Grossstadt im Süden Haitis erobert.

Das teilte ein haitianischer Journalist afp mit. Ob es Tote oder Verletzte bei der Eroberung von Mirebalai gab, war nicht klar. Heftiges Gewehrfeuer sei zu hören gewesen, sagte der Augenzeuge weiter. Dabei hätte es sich aber auch um Warnschüsse handeln können.

Nach Angaben des Journalisten hatten etwa 15 Polizisten bereits vor zwei Tagen ihren Posten in Mirebalais verlassen. Lediglich im Gefängnis hätten noch rund 20 Polizisten die Stellung gehalten. Die Rebellen stürmten seinen Angaben zufolge die Anstalt dennoch und befreiten alle 67 Insassen.

Vor Angriff auf Port-au-Prince?

Das 140 000 Einwohner zählende Mirebalais gehört wie das bereits vor rund einer Woche eroberte Saint-Marc zu den strategisch wichtigen Punkten bei einem Angriff auf die Hauptstadt. Die Rebellen hatten in den vergangenen Tagen mehrfach mit dem Sturm auf Port-au-Prince gedroht. (dapd)

Deine Meinung