Mord an Staatschef - Haiti schreibt Kopfgeld auf drei Hauptverdächtige aus
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Mord an StaatschefHaiti schreibt Kopfgeld auf drei Hauptverdächtige aus

Die Polizei scheint zu wissen, wer für den Mord an Haitis Präsidenten Jovenel Moïse verantwortlich ist. Nur wo sie sich aufhalten, ist unbekannt. Nun verspricht die Polizei eine hohe finanzielle Belohnung für Hinweise.

Anfang Juli wurde Staatschef Jovenel Moïse ermordet.

Anfang Juli wurde Staatschef Jovenel Moïse ermordet.

AFP

Die haitianische Regierung hat ein Kopfgeld auf drei Hauptverdächtige für den Mord an Staatschef Jovenel Moïse Anfang Juli ausgeschrieben. Justizminister Rockefeller Vincent sagte zu Reportern am Donnerstag, für Hinweise, die zur Ergreifung der drei Untergetauchten führen, gebe es eine Belohnung im Wert von umgerechnet 56’000 Euro.

Die Gesuchten seien Wendelle Coq Thelot, eine ehemalige Richterin am Obersten Gerichtshof des Landes, die von Moïse Anfang des Jahres entlassen wurde, Joseph Felix Badio, ein ehemaliger Anti-Korruptions-Beamter und John Joel Joseph, ein ehemaliger Senator der Opposition.

Staatschef Moïse war in der Nacht zum 7. Juli in seinem Haus in der Hauptstadt Port-au-Prince von einem Mordkommando erschossen worden. Seine Frau überlebte schwer verletzt.

Land steckt in tiefer Krise

Die Polizei gibt an, bereits 44 Verdächtige im Zusammenhang mit dem Anschlag auf Moïse festgenommen zu haben, darunter zwölf haitianische Polizisten, 18 kolumbianische Söldner und zwei US-Bürger haitianischer Herkunft. Unter den Festgenommenen ist zudem Moïses Sicherheitschef. Laut Polizei wurde das Attentat von Haitianern mit politischen Ambitionen und Verbindungen ins Ausland geplant.

Der Mord stürzte den ohnehin von Instabilität und grosser Armut geprägten Karibikstaat in eine noch tiefere Krise. Moïse hatte Haiti zuletzt per Dekret regiert, nachdem eine für 2018 geplante Parlamentswahl unter anderem wegen Protesten gegen ihn verschoben worden war. Der Präsident war zunehmend unpopulär: Viele Haitianer machten ihn für die Corona-Krise im Land und die zunehmende Gewalt durch kriminelle Banden verantwortlich.

(AFP/roy)

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