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Murat Yakin«Hakan hat keinen Bonus bei mir»

Murat Yakin (36) wechselt nächste Saison für zwei Jahre zum FC Luzern. Der Noch-Thun-Trainer äussert sich im Interview mit 20 Minuten zu seinem neuen Arbeitgeber und über die künftige Rolle von Bruder Hakan (34).

von
Andy Huber
Thun
Murat, der neue FCL-Trainer für die kommende Saison, trifft in Luzern auf Hakan, den Spieler.

Murat, der neue FCL-Trainer für die kommende Saison, trifft in Luzern auf Hakan, den Spieler.

Murat Yakin, es hat sich ja seit längerem abgezeichnet, dass Sie zum FC Luzern wechseln...

Murat Yakin (unterbricht energisch):

...es hat sich überhaupt nichts abgezeichnet! Ich bin schliesslich nicht mehr Spieler, sondern es geht für mich in meiner Position als Trainer darum, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Wie meinen Sie das?

Als Spieler ist man Konsument. Als Trainer stehst du auf der anderen Seite. Das heisst: Du hast die Aufgabe zu kreieren, was die Mannschaft konsumieren sollte. Man muss sie motivieren, damit sie jederzeit ihre Topleistung abruft. Das machte und macht mir in Thun immer noch sehr viel Spass. Und deshalb hat sich gar nichts abgezeichnet.

Aber weshalb gehen Sie nun in die Innerschweiz?

Meinem Team ist in den letzten zwei Jahren mit dem Aufstieg und dem aktuellen Abschneiden in der Meisterschaft sehr viel gelungen. Sportlich haben wir die Ziele erreicht. Aber nicht nur ein Fussballer braucht im Verlauf seiner Karriere eine neue Herausforderung, das ist auch bei einem Trainer nicht anders. Neue Spielertypen, neues Umfeld, neues Stadion, neue Erfahrungen – ich freue mich auf die kommenden Aufgaben beim FC Luzern. Doch ich werde das Berner Oberland schweren Herzens verlassen. Ich hatte wirklich eine super Zeit beim FC Thun.

In Luzern treffen Sie auf Ihren Bruder Hakan.

Dazu gibt es nicht viel zu sagen. Hakan Yakin ist einer von vielleicht 18 Spielern im Kader und wird gleich behandelt wie alle andern auch. Er hat keinen Bonus, keine Privilegien bei mir. Aber ich werde künftig keine Energie verschwenden, um die Position von Hakan beim FCL ständig in der Öffentlichkeit erklären zu müssen. Wenn er zum Erfolg beiträgt, ist er herzlich willkommen. Tut er das nicht, hat er ein Problem.

Welches sind Ihre Ziele mit Ihrem neuen Klub?

Der FCL ist für mich noch weit weg. Ich konzentriere mich jetzt voll auf die letzten beiden Spiele von Thun. Wir müssen alles daran setzen, dass wir als Mannschaft nach der 1:5-Niederlage in Basel wieder einen glaubwürdigen und erfolgsorientierten Fussball bieten können. Und das muss am Sonntag gegen Bellinzona geschehen. Man darf nicht vergessen: Für uns geht es immer noch um die Europa League. Und dafür tun wir nochmals alles.

Murat Yakin, ist der FC Basel schon Meister?

Diese Saison hat bewiesen, dass alles möglich ist, jeder kann jeden schlagen. Vorne wie auch hinten in der Tabelle ist meiner Meinung nach noch alles möglich. Abgerechnet wird am nächsten Mittwochabend.

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